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Segeltörn im Ionischen Meer 2012 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Mittwoch, den 13. März 2013 um 02:00 Uhr

Ionisches Meer - ein tolles Segelrevier!

Montag, 27.08.12, erster Tag (… und vielleicht der letzte Tag?...)
Katakolo (Peloponnes) -> Porto Keri (Zakynthos) -> Katakolo (Peloponnes) 
Nachdem wir ordentlich gebunkert und alles gut verstaut haben, können wir, das sind Thomas und Heike, endlich mit einem Tag Verspätung zu unserem ersten Segeltörn in diesem Jahr in See stechen. Um 11.30 Uhr starten wir mit unserem 8,30 Meter großen (oder kleinen) Segelschiff „ASTERI“ von unserem Heimathafen Katakolo (Peloponnes) aus. Wir setzen Kurs Richtung Westen mit dem Ziel Porto Keri im Süden von Zakynthos. Eigentlich wollten wir Richtung Norden, aber der Wetterbericht hatte Nordwind mit bis zu 6 Beaufort[1] vorausgesagt. Um den Wind nicht auf der Nase zu haben, segeln wir also mit Groß[2] und Genua[3] mit halben Wind Richtung Westen. Und tatsächlich haben wir starken Wind und grobe See. Schon nach kurzer Zeit gehen wir ins erste Reff[4] und kommen mit durchschnittlich 5 Knoten[5] Geschwindigkeit gut voran. Gemütliches „Sonntags-Segeln“ ist das aber nicht. Der Wind wird immer stärker und die Wellen werden immer höher, also gehen wir ins zweite Reff und rollen die Genua auf Handtuchgröße ein. Als wir in die Landabdeckung von Zakynthos kommen, ist es vorbei mit dem Nordwind und wir kämpfen gegen die Fallwinde und Wellen von vorn an. Unser Schiff ist ziemlich stark am Schaukeln. Die letzten zwei Seemeilen[6] wollen wir mit Motor bewerkstelligen, also holen wir die Segel ein und starten den Motor[7]. Wir kämpfen weiterhin gegen Wind und Wellen an, gefühlt fahren wir rückwärts, denn unser Motor ist eigentlich zu schwach. So kommen wir nicht weiter, also kurze Kursänderung und Segel wieder hoch. So ein Mist, das Großsegel lässt sich nicht hochziehen, da hat sich eine Leine am Mastlicht verfangen, und bei dem Wetter besteht keine Chance das zu richten. Also kämpft unser kleiner Motor tapfer weiter, und kämpft, und kämpft … und geht aus! Was zum Teufel ist das nun? Thomas ist sich sicher, dass der Motor kein Diesel bekommt, der Tank ist aber fast voll. Keine Chance, der Motor lässt sich nicht wieder starten. Was nun? Kein Motor, kein Großsegel. Nur mit der Genua kommen wir nicht nach Porto Keri, das wäre zu gefährlich. Es ist 18:00 Uhr, wir haben bereits 26 Seemeilen bei rauer See hinter uns und wir entscheiden uns umzukehren und setzen Kurs Richtung Osten mit Ziel Katakolo. Hoffentlich hält die Genua und der Nordwind bleibt stabil, so dass wir direkten Kurs nehmen können, denn eigentlich reicht uns schon jetzt die Schaukelei. Und die Probleme werden nicht weniger. Das vordere Luk ist nicht ganz dicht, dafür aber der Wasserablauf vom Ankerkasten. Schöne Sch…., alles nass, Laken, Kopfkissen, sämtliche Klamotten. Naja, egal, wir sind es ja auch. Ach, hatte ich schon erwähnt, dass die Schraube für den Autopiloten an der Pinne gebrochen ist? Dies konnten wir aber sofort fixen. Wenigstens funktioniert unser Energiemanagement hervorragend und wir haben kaltes Bier an Bord. Extrem wichtig in dieser Situation! Langsam geht die Sonne hinter uns unter, der wohlverdiente Sundowner (Gin + Orangensaft)  in Porto Keri muss leider ausfallen. Der Wind wird etwas schwächer, aber die Wellen und damit das Schaukeln bleiben. Wir kommen uns vor, als säßen wir auf einem Rodeopferd. Unsere Laune war schon mal besser. Wir können schon das Licht des Leuchtturms am Kap von Katakolo sehen, aber die letzten Meilen ziehen sich wie Kaugummi. Und „Hermann“, unser Autopilot, macht auch noch schlapp. Thomas muss die ganze Zeit manuell steuern. Endlich, gegen 23:00 Uhr erreichen wir nach 54 Seemeilen die Bucht von Katakolo. Seltsam, nachts sieht das alles ganz anders aus. In völliger Dunkelheit schmeißen wir den Anker, der zum Glück auf Anhieb hält. Puh, war das ein Ritt, wir sind völlig erschöpft. Wir trinken ein Glas Wein und lassen den Tag Revue passieren. Abendessen fällt aus. Nach weiteren zwei, drei Gläsern Wein sinken wir auf unser Notbett (die Hauptkabine ist ja nass) und schlafen in klammen Klamotten ein. Gute Nacht!

Fazit des Tages: morgen ist ein neuer Tag.  

   

Dienstag, 28.08.12, Tag 2, Katakolo
Gegen 10:00 Uhr stehen wir auf, immer noch leicht gerädert vom Vortag. Wir trinken erst einmal einen Kaffee. Kurze Zeit später kommt unser Freund Peter mit dem Dingi zu uns. Gemeinsam schauen Thomas und Peter bei nun ruhiger See nach dem Motor. Wir müssen anscheinend verunreinigten Diesel getankt haben, denn die Benzinleitung und die Einspritzpumpe sind völlig verdreckt. Die beiden können das Problem fixen. Thomas startet den Motor. Wow, er läuft. Wir fahren in den Hafen, machen fest und laden uns bei Peter zum Frühstück ein. Frisch gestärkt kehren die Lebensgeister zurück und wir machen uns an die Arbeit: Wäsche waschen und trocknen, Schiff trocken legen und reinigen und diverse kleinere Reparaturen durchführen. Wir bleiben den Tag über in Katakolo. Doch leider hört der Mist nicht auf. Bei den Arbeiten am Abfluss des Ankerkastens verliert Thomas seine gute Armbanduhr. Die liegt nun auf ca. vier bis fünf  Meter Tiefe am Grund des Hafenbeckens. Abends gehen wir in der kleinen Kantina etwas essen. Als wir zurück auf unser Schiff wollen, stürze ich über die Planke. Ergebnis: ein zerrissenes T-Shirt, diverse Kratzer und blaue Flecken, eine abgebrochene und versenkte Funkantenne. Gute Nacht!

Fazit des Tages: Armbanduhren und Antennen werden total überbewertet.   

Mittwoch, 29.08.12, Tag 3, Katakolo -> Kyllini (Peloponnes)
Völlig unbeeindruckt von unseren Pleiten, Pech und Pannen starten wir frohen Mutes um 9:30 Uhr in Katakolo. Unser zweiter Versuch Richtung Norden. Laut Wetterbericht soll es einen mäßigen Ostwind geben. Das wäre ja gut für uns. Unter Motor (er hört sich gut an!) geht’s ums Kap herum und wir setzen Kurs Richtung Norden. Leider haben wir keinen Wind, so dass der „Flautenschieber“ weiter im Einsatz bleiben muss. Punk 11:00 Uhr trinken wir das obligatorische erste Bier. Gegen 13:00 Uhr kommt endlich Wind auf, jedoch nicht aus Osten, sondern aus Norden, also genau auf die Nase. Wir müssen kreuzen. Aber egal, Hauptsache wir können endlich segeln, denn nur unter Motor zu fahren macht keinen Spaß. Es wird dann auch noch ein richtig schöner Segeltag und wir kommen mit 4,5 bis 5 Knoten, in Spitzen mit 6 Knoten, gut voran. Segeln macht doch viel Spaß! Wir sehen auch Delfine. Unser Freund Peter ruft an. Er war tauchen und hat sowohl Thomas‘ Uhr als auch die Antenne gefunden. Super, herzlichen Dank an Peter! Nach 35 Seemeilen erreichen wir um 18:30 Uhr den Hafen von Kyllini. Kyllin ist ein klassischer Fährhafen, nicht besonders schön, aber immer ein Etappenziel für uns wenn wir Richtung Norden wollen. Okay, an unserem Ankermanöver müssen wir noch arbeiten, das war schon mal besser, aber der Motor hat dann doch noch mal „gezickt“. Nachdem wir das Schiff klar gemacht haben, gönnen wir uns einen „Sundowner“  (Gin + Orangensaft). Zum Abendessen gibt’s Spaghetti Carbonara. Die Spaghetti wurden allerdings erst im zweiten Versuch was, beim ersten Versuch hatte Thomas das Spaghettiwasser mit Raki aufgesetzt. Schade um das gute Getränk. So viel zum Thema „Pleiten, Pech und Pannen“. Wir lassen den Tag bei einigen Gläsern Wein auf unserem Schiff ausklingen. Gute Nacht!

Fazit des Tages: ein schöner Segeltag und man sollte Wasserflaschen besser beschriften, wenn etwas anderes als Wasser drin ist.     

Donnerstag, 30.08.12, Tag 4, Kyllini (Peloponnes) -> Poros (Insel Kefallonia)
Bevor wir von Kyllini aus Richtung Ionische Inseln starten können wechselt Thomas noch den Dieselvorfilter, der völlig verdreckt ist. Beim Ankermanöver am Vortag hatte der Motor ja wieder etwas „rumgezickt“. Dann besorgt Thomas noch etwas Angelzubehör. Vielleicht gibt es heute Abend ja mal Fisch? Um 10:00 Uhr geht’s dann los, wir setzen Kurs Nordwest. Unser Ziel ist Poros, ein kleiner Fährhafen im Südosten von Kefallonia. Kefallonia ist mit knapp 700 km² und ca. 40.000 Einwohnern die größte der Ionischen Inseln. Der Wind weht mäßig aus Nord bis Nordost. Wir kommen im Schnitt mit vier Knoten mäßig voran. Gegen 15:00 Uhr lässt uns der Wind leider im Stich und der „Flautenschieber“ muss wieder ran. Die letzten 8 Seemeilen fahren wir unter Motor und erreichen Poros um 17:00 Uhr nach insgesamt 27,3 Seemeilen. Das Ankermanöver ist heute schon viel besser. Plötzlich Feuer an Bord! Im Schiff ca. 30 cm hohe Flammen, Kabelbrand! Wir können zum Glück sofort löschen, aber es qualmt und stinkt mächtig. Na, gibt es denn keinen Tag ohne Pleiten, Pech und Pannen? Auf den Schrecken gehen wir ein kühles, frischgezapftes Bier trinken. Am Abend gehen wir im Dorf Poros Pizza essen. Es wollte tagsüber einfach kein Fisch anbeißen. Dafür hatten wir unterwegs aber wieder Delfine gesehen. Generell fühlen wir uns immer gut, wenn wir auf’s Meer schauen und dann noch Delfine sehen. Manchmal sprechen wir stundenlang kein Wort an Bord, außer vielleicht mal „willst du auch noch ein Bier?“ und genießen die Ruhe und Einsamkeit.

Fazit des Tages: lege niemals den Autopiloten auf den Elektroanschluss für das Funkgerät.   

Freitag, 31.08.12, Tag 5, Poros (Kefallonia) -> Vathy (Ithaka)
Wir starten um 9.30 Uhr in Poros auf Kefallonia. Laut Wetterbericht soll es heute so gut wie keinen Wind geben. Und leider hat der Wetterbericht mal Recht, es hat tatsächlich keinen Wind. Eigentlich wollten wir heute nach Kalamos, um in der einsamen und wunderschönen Leone-Bucht den Vollmond zu genießen. Aber da wir gezwungen sind mit „BUKH-Wind“ zu fahren, ist unser Ziel heute Vathy auf Ithaka. Ithaka ist ca, 100 km² groß, hat ca. 3000 Einwohner und ist die mythische Heimat des Odysseus. Wir setzen Kurs Richtung Norden und erreichen um 12:30 Uhr nach gut 11 Seemeilen die Bucht Pera Pigadi mit der kleinen vorgelagerten Insel gleichen Namens und der Arethusa-Quelle im Südosten von Ithaka. Vom Wasser der Arethusa-Quelle sollen der Odysseus-Sage nach die Schweine des Eumaios getränkt worden sein. Die Bucht jedenfalls bietet tolle Ankerplätzen und wir schmeißen den Anker. Dann gehen wir ausgiebig Baden. Es ist immer wieder toll, wenn man direkt vom Schiff in das klare, türkisblaue Wasser springt. Anschließend essen wir eine Kleinigkeit und machen Siesta. Gegen 15:00 Uhr geht es weiter Richtung Vathy im Kolpos Aetou im Osten von Ithaka. Von hohen Bergen umgeben, bietet die Einfahrt einen imposanten Anblick. Um 16.45 Uhr erreichen wir nach weiteren 7 Meilen den Haupthafen der Insel. Da es sehr heiß ist, gehen wir ein kühles, frischgezapftes Bier trinken. Abends gibt’s an Bord Geschnetzeltes mit Nudeln. Bei ein paar Gläsern Wein genießen wir an Bord unseres Schiffes den Vollmond.

Fazit: kein toller Segeltag, aber Vathy ist immer wieder ein Besuch wert. 

Samstag, 01.09.12, Tag 6, Vathy (Ithaka) -> Leone-Bucht ( Kalamos)
Wir starten in Vathy auf Ithaka um 9:30 Uhr und nehmen Kurs Nordost Richtung Kalamos.  Heute haben wir mäßigen Wind aus Ost und können endlich mal wieder die Segel setzen. Gegen 12:00 Uhr schläft der Wind leider wieder ein und der Flautenschieber muss mal wieder ran. Auf der Höhe der kleinen Insel Atokos (4,5 km², unbewohnt) bewegt sich plötzlich die Angel und Thomas zieht einen ca. 70 bis 80 cm langen Schwertfisch aus dem Wasser und an Bord. Der Fisch wird fachmännisch ausgenommen, gesäubert und in die Kühlbox verfrachtet. Das Abendessen ist gesichert! Weiter geht’s Richtung Kalamos. Kalamos ist ca. 25 km² groß und hat ca. 550 Einwohner, im Norden ist sie ca. 2 km vom Festland entfernt. Die kleinen Inseln Kalamos und Kastos machen den Eindruck, weitab von der Welt zu sein. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir nach 18,4 Seemeilen die wunderschöne Bucht Port Leone mit dem kleinen Dorf Kephali im Südosten von Kalamos. Bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren war das Dorf verlassen und verfallen. Mittlerweile wurde die Kirche aufwendig restauriert und es gibt eine kleine Kantina, die mittels Notstromaggregat betrieben wird. Wir gehen ausgiebig Baden und halten Siesta. Am Abend rudern wir mit unserem Dingi an Land und genehmigen uns ein Bier in der Kantina. Zum Abendessen gibt’s natürlich Schwertfisch. Thomas bereitet den Fisch zu, der wirklich sehr lecker ist. Leider mag Thomas keinen Fisch. So esse ich jede Menge Fisch und für Thomas gibt’s Spiegeleier. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Thomas der Koch an Bord ist und auch in der kleinen Kombüse immer leckere Mahlzeiten zaubert. 

Fazit des Tages: es ist immer gut, einen Angler und guten Koch an Bord zu haben.

   

Sonntag, 02.09.12, Tag 7, Port Leone (Kalamos)
Da es uns in dieser wunderschönen Bucht mit kristallklarem Wasser so gut gefällt, bleiben wir noch einen Tag hier und machen einen richtig „faulen“ Sonntag. Wir genießen die tolle Landschaft und vor allem die Ruhe und Einsamkeit. Abends gibt’s Würstchengulasch. 

Fazit des Tages: fauler Tag in einer wunderschönen Bucht.

Montag, 03.09.12, Tag 8, Kalamos -> Mytika (Festland) -> Ormos Atherinos (Insel Meganisi)
Bereits kurz vor neun Uhr verlassen wir die Bucht Port Leone auf Kalamos. Da wir noch etwas bunkern müssen, vor allem Diesel, fahren wir die Ostküste von Kalamos hoch zum Festland mit dem Ziel Mytika. Nach ca. 6,5 sm erreichen wir kurz vor 11:00 Uhr den Hafen von Mytika. Der Hafen ist recht klein und wie erwartet sehr voll. Wir finden leider keinen Platz mehr, verlassen den Hafen und gehen rechts vom Hafen vor dem Sandstrand vor Anker. Da wir den Ankergrund nicht kennen bleibe ich zur Vorsicht an Bord und Thomas rudert mit dem Dingi und Kanister an Land. Im Reiseführer stand, dass die einzige Tankstelle ca. 1 km entfernt ist. Blöd, wenn der Reiseführer nicht aktuell ist. Tatsächlich sind es ca. 3 km bis zur nächsten Tankstelle und Thomas fühlt sich wie in der Aral-Werbung („I’m walking…“). Als Thomas zurück zum Schiff rudern will, taucht er sein Handy mal kurz ins Wasser ein. Hat dem Handy nicht gut gefallen und es streikt nun (wir hatten ja schon lange nichts mehr zum Thema „Pleiten, Pech und Pannen“). Nach knapp zwei Stunden kann es dann weiter gehen. Unser Ziel ist Ormos Atherinos auf der Insel Meganisi. Die knapp 20 km² große Insel mit ca. 1.000 Einwohnern ist durch eine nur 800 Meter breite Meerenge von der deutlich größeren Nachbarinsel Lefkas im Westen getrennt. Die Insel hat viele fjordartige Buchten mit tollen Ankerplätzen. Der Wind meint es nun gut mit uns und wir segeln mit 3,5 bis 5,5 Knoten Richtung Meganisi. Wir erreichen bald den nördlichsten Punkt unseres Segeltörns. Es ist ein wirklich schöner Segelnachmittag, erst kurz vor unserem Ziel stellt der Wind ab. Die letzten zwei Meilen geht’s unter Motor weiter. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir nach insgesamt 17,7 Seemeilen die Bucht Atherinos an der Nordostküste von Meganisi. Da wir starken Seitenwind haben können wir am kleinen Anleger rückwärts nicht anlegen, unser 14 PS starke 1-Zylinder Bukh-Motor ist dafür einfach zu schwach, also schmeißen wir unseren Anker Mitten in der Bucht Atherinos. Nachdem wir das Schiff klar gemacht haben rudern wir an Land und gönnen uns, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Abends gibt’s Pasta mit einer scharfen Tomaten-Tunfisch-Sauce. Wir genießen den Abend bei dem einen oder anderen Gläschen Wein.  

Fazit des Tages: toller Segelnachmittag und ein schöner Abend in einer tollen Bucht.

Dienstag, 04.09.12, Tag 9, Ormos Atherinos (Insel Meganisi) -> Fiskardo (Insel Kefallonia)
Unsere Reise geht weiter, wir starten um 9:20 Uhr in der Bucht Atherinos auf Meganisi und fahren mit „Bukh-Wind“ die Nordostküste Meganisis Richtung Nordwesten entlang. Am Nordwestkap vorbei setzen wir Kurs Richtung Südwest mit dem Ziel Fiskardo an der Nordostseite von Kefallonia. Gegen 11:00 Uhr kommt endlich Wind auf und wir können nach knapp 7 sm die Segel setzen, Kurs Südwest, fast ziemlich genau auf Fiskardo zu. Um 12:40 Uhr zappelt was an der Angel und Thomas zieht den zweiten Schwertfisch an Bord, etwas kleiner als der erste, aber dennoch eine gute Mahlzeit. Nach insgesamt 20,8 Seemeilen erreichen wir um 15:00 Uhr den Hafen Fiskardo. Bei der Einfahrt in den Hafen verlieren wir ein Paddel vom Dingi. Dieses geht nach ca. 5 Sekunden unter. Dies ist der heutige Beitrag zum Thema Pleiten, Pech und Pannen. Aber wir sind happy noch einen Ankerplatz im Hafen zu bekommen, denn Fiskardo ist sehr beliebt und meistens bereits am frühen Nachmittag überfüllt. Fiskardo ist ein kleiner Ort mit malerischen Treppen und Winkeln und fast jedes Haus ist in einer anderen Farbe gestrichen. Im Sommer ein wirklich bunter und lebendiger Ort. Unser Ankerplatz liegt direkt vor dem Restaurant Captain Cabin, der erste Tisch ist ca. 1 m von unserem Heck entfernt. Wir schlendern durch den urigen Ort und trinken, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Dann besuchen wir noch den Juniorchef des 4-Sterne Hotels Fiskardo Bay (empfehlenswert). Wir unterhalten uns lange mit den jungen Leuten, schlendern dann zurück zu unserem Schiff und genießen unseren obligatorischen Sundowner. Während die Leute im Restaurant essen und uns permanent anschauen, bereitet Thomas unseren Schwertfisch zu. Wieder mal fantastisch und sicherlich genauso lecker als das, was 1 Meter weiter im Restaurant serviert wird. In jedem Fall aber günstiger. 

Fazit: toller Segelnachmittag und leckerer Schwertfisch zum Abendessen.

  

Mittwoch, 05.09.12, Tag 10, Fiskardo (Kefallonia) -> Agia Evphimia (Kefallonia)
Wir verlassen um 9:30 Uhr den Hafen von Fiskardo auf Kefallonia. Heute haben wir nur einen kleinen Törn vor uns, unser Ziel ist Agia Evphimia an der Ostküste Kefallonias. Zwischen Ithaka und Kefallonia setzen wir bei sehr schwachem Wind Kurs Richtung Süden. Unter Motor sind wir um 13:00 Uhr nach 11, 8 Seemeilen im Hafen. Dies ist auch gut so, denn später kommen heftige Fallwinde auf, so dass andere Schiffe, die später kommen,  Probleme beim Anlegen haben, zudem wird es auch recht voll. Wir schlendern durch den schönen Ort und gehen ein Bierchen trinken, selbstverständlich kühl und frischgezapft. Anschließend essen wir eine Kleinigkeit und es ist Zeit für Siesta. Abends gehen wir im Restaurant „Finikas“ Gyros essen, wie immer, wenn wir in Ag. Evphimia sind, denn das Gyros ist, sorry, war dort immer sehr gut. Diesmal leider nicht und Thomas äußert seinen Unmut typisch griechisch, d. h. laut, bestimmt und mit einer wilden Gestik und Mimik. Der Chef probiert, stimmt zu, meckert seinen „Gyrosbräter“ an und wir bekommen später einen Preisnachlass.

Fazit des Tages: kein toller Segeltag und Meckern kann helfen.  

Donnerstag, 06.09.12, Tag 11, Agia Evphimia (Kefallonia) -> Poros (Kefallonia)
Um 9:45 Uhr geht’s los, Kurs Südost. Unser Ziel ist Poros im Südosten von Kefallonia. Wie schon am Vortag ist es bewölkt und es hat kaum Wind. Nach ca. 30 Minuten kommt Wind auf und wir setzen die Segel. Leider lässt uns der Wind aber schon bald wieder im Stich und der „Flautenschieber“ muss ran. Um 13:30 Uhr erreichen wir Poros nach 13,7 Seemeilen. Wir machen das Schiff klar und da es auch heute wieder sehr heiß ist gehen wir baden. Anschließend gönnen wir uns, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Dann ist erst einmal Aufräumen und Saubermachen angesagt. Thomas zieht unser Dingi aus dem Wasser, macht es sauber und verpackt es auf Deck. Ich freue mich auf eine ordentliche Dusche, das ist in diesem Fall ein einfacher Wasserschlauch, aber effektiv und tut gut. Dann gibt’s den letzten Sundowner auf dieser Tour, der Gin geht aus. Am Abend gehen wir wieder über den kleinen Berg in das Dorf Poros. Unser Ziel ist die Pizzeria „Bello“, wie immer wenn wir in Paros sind. Bei dem einen oder anderen Glas Wein lassen wir den Abend auf unserem Schiff ausklingen.

Fazit des Tages: kein schöner Segeltag und kein Eintrag in der Rubrik Pleiten Pech und Pannen.  

Freitag, 07.09.12, Tag 12, Poros (Kefallonia) -> Kyllini (Peloponnes)
Wir starten um 9:15 Uhr in Poros. Der Wind weht ordentlich aus Norden und auch die Wellen sind recht hoch. Wir rollen die Genua aus und setzen Kurs Südost Richtung Kyllini. Mit durchschnittlich 4 Knoten kommen wir gut voran, aber es schaukelt schon recht heftig. Nach knapp zwei Stunden nimmt der Wind etwas ab und dreht auf Nordost. Wir setzen das Groß und laufen weiter mit 4 Knoten. Plötzlich zappelt was an der Angelschnur. Thomas zieht eine ca. 30 cm große Golddorade aus dem Wasser. Schon wieder Fisch? Mein Bedarf ist eigentlich gedeckt und die kleine Golddorade soll noch eine zweite Chance bekommen. Thomas schenkt ihr die Freiheit. Die letzten 3 Seemeilen stellt der Wind ab und unser kleiner Bukh darf mal wieder zeigen was er kann. Um 15:00 Uhr erreichen wir nach 22,9 Seemeilen den Hafen von Kyllini. Nach dem wir das Schiff klar gemacht haben, trinken wir das letzte Bier aus unserem Vorrat. Wir gehen in den Ort, der eigentlich nicht viel zu bieten hat. Kyllini ist ein klassischer Fährhafen. Wir trinken ein Bierchen und kaufen etwas ein. Am Abend gibt’s Spaghetti Aglio e Olio con Pepperoncini. 

Fazit des Tages: eine kleine Golddorade freut sich über die Freiheit.

Samstag, 08.09.12, Tag 13 (letzter Tag), Kyllini (Peloponnes) -> Katakolo (Peloponnes)
Um 10:00 Uhr sind wir startklar für unsere letze Etappe. Plötzlich herrscht ein wenig Unruhe. Laut Wetterbericht gibt es eine Unwetterwarnung. Wir rufen Peter an, der den Wetterbericht für uns nochmals checkt. Alles im grünen Bereich, wir starten um 10:30 Uhr in Kyllini. Nach dem wir das Kap passiert haben, setzen wir Kurs Südost. Der Wind bläst kräftig aus Nordwest und im „Butterfly“ segeln wir mit 5 Knoten die Westküste des Peloponnes entlang. Kurz vor Katakolo werden wir nochmal richtig durchgeschüttelt, da wir es mal wieder mit Kreuzwellen aus Norden und Westen zu tun haben. Um 17:00 Uhr erreichen wir nach 28 Seemeilen unseren Heimathafen Katakolo. Seltsam, niemand da, der beim Anlegen helfen kann und uns die Festmacher zuwerfen kann. Ich „fische“ nach unserer Mooring, passe auf, dass wir die Schiffe rechts und links nicht berühren und Thomas springt von Bord um die Festmacher zu greifen. Der Wind bläst von hinten und das Schiff bewegt sich vorwärts aus der Parkbucht wieder heraus. Da steh ich nun zum ersten mal völlig allein auf unserem Schiff! So viel zum Thema „der Kapitän geht als letzter von Bord…“. Ich drehe ganz langsam eine Runde durch das Hafenbecken und parke dann noch langsamer vorwärts ein. Thomas springt wieder an Bord und wir parken dann erneut rückwärts ein.  

Fazit des Tages: und Frauen können doch einparken, auch ein Schiff.

Schlusswort:
Das Ionische Meer ist ein tolles Segelrevier, auch wenn die Winde im Sommer meist schwach und oftmals unberechenbar sind. Aber die schönen Inseln mit ihren tollen Buchten und kristallklarem Wasser entschädigen für Vieles.  

   
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[1] 6 Beaufort entsprechen 22 bis 28 Knoten = 39 bis 49 km/h Windgeschwindigkeit
[2] Groß = Hauptsegel am Mast
[3] Genua = vergrößertes Vorsegel
[4] Reff = Vorrichtung zum Verkleinern der Segelfläche
[5]1 Knoten = 1 Seemeile/h = 1,852 km/h Geschwindigkeit
[6] 1 Seemeile (sm) = 1,852 km
[7] Unser Motor: 1-Zylinder BUKH, 14 PS, „Flautenschieber“
 
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. November 2013 um 19:52 Uhr