Matala-Festival auf Kreta Drucken
Geschrieben von: Heike Lammert   
Samstag, den 16. Februar 2013 um 02:00 Uhr

„Welcome to Matala“ - Matala-Festival auf Kreta im Juni 2011

Über Pfingsten im Juni 2011 haben wir das Matala-Festival auf Kreta besucht. Ein Hippie-Revival- oder Hippie-Reunion-Festival unter dem Motto „Today is Life. Tomorrow never comes.“ Ein fantastisches Festival mit Live Musik fast rund um die Uhr und vielen anderen künstlerischen Aktivitäten. Eine große und friedliche Party mit Jung und Alt unter der kretischen Sonne bzw. unter einem gigantischen Sternenhimmel.

Am Freitagmittag, 10. Juni 2011 starten wir in unserem Heimatort Amaliada auf dem Peloponnes. Mit dem eigenen Pkw fahren wir zunächst bis Kiato und nehmen von dort aus den Proastiakos (Schnellbahn) nach Piräus. Abends gehen wir auf die Fähre und erreichen am nächsten Morgen um 6:00 Uhr den Hafen von Iraklio auf Kreta. Anschließend nehmen wir, bepackt mit Rucksack und Zelt, den Bus nach Matala. In Matala angekommen, steuern wir zunächst den Campingplatz an. An diesem Wochenende ist der Campingplatz extrem überfüllt, aber kostenlos. Unter brütender Hitze schlagen wir unser Zelt auf und genießen dann erst mal ein Bier am Strand. Die Atmosphäre ist toll und es trudeln immer mehr Leute ein.

   

Matala? Matala ist ein kleines Fischerdorf an der Südküste Kretas, ca. 70 km von Iraklio entfernt. Nach dem griechischen Mythos war Matala der Ort, an dem Zeus in Stiergestalt mit der von ihm entführten phönizischen Prinzessin Europa an Land ging. In der Jungsteinzeit wurden in das weiche, poröse Gestein der Bucht zahlreiche Wohnhöhlen gegraben, die in der Zeit der römischen Besetzung Kretas als Grabstätten genutzt wurden. Bis heute sind sie die berühmteste Attraktion von Matala.

Bekannt wurde Matala aber vor allem in den 60er Jahren der 20. Jahrhunderts. In den Wohnhöhlen siedelten sich Hippies aus der ganzen Welt an. Viele junge Amerikaner, die sich dem Vietnamkrieg entzogen, junge Europäer und Australier lebten hier in einer Kommune. Und auch weltbekannte Persönlichkeiten wie Cat Stevens, heute bekannt unter dem Namen Jusuf Islam, Bob Dylan und Joni Mitchell sollen in Matala gewesen sein. Die Hippies lebten ihren Traum der großen Freiheit, von Love and Peace. Mitte der 70er Jahre wurden die Hippies als „Kommunisten“ gebrandmarkt und unter Polizeigewalt vertrieben.

40 Jahre später kommt es im Juni 2011 zu einer großen Reunion. Alt-Hippies aus Amerika, Australien und der ganzen Welt reisen nach Matala, um ein kleines Revival zu feiern. Initiator ist Arn Strohmeyer, der eigentlich nur sein Buch „Mythos Matala“ dort präsentieren will. Aus der geplanten kleinen Party mit den Freunden von damals wird ein riesiges Festival mit 40.000 Teilnehmern. Neben jeder Menge Live-Musik finden auch andere künstlerische Acts statt, so verwandeln sich die Straßen Matalas in ein buntes Farbenmeer mit Flower-Power und Comic-Motiven und jeder zweite läuft mit einem Henna-Tattoo oder Dreadlocks herum.

 
Tagsüber dröhnt aus riesigen Lautsprechern die Musik der Blumenkinder zur Zeit der Flower-Powers-Bewegung. Ab dem späten Nachmittag wird auf einer riesigen Bühne auf dem Strand Live Musik gespielt. Es werden alte Lieder, internationaler Rock und Pop, aber auch traditionelle griechische bzw. kretische Musik gespielt. Die Menschen sind fröhlich, feiern, tanzen und singen am Strand. Es gibt aber auch Diskussionsforen, wo sich die Hippies von einst, heute zum Teil weit über 70 Jahre alt, mit den örtlichen Behörden aussprechen. Großer Höhepunkt des Festivals ist ein fantastisches Feuerwerk über den Wohnhöhlen und ein riesiges, hellerleuchtetes Peace-Zeichen inmitten der Höhlen.


Das Festival ist gut organisiert, die Preise sind sehr günstig und Sicherheits- und Sanitätskräfte haben nur wenig zu tun. Für die Hippies von damals sicherlich ein sehr bewegendes Ereignis, für uns eine große Party mit guter Musik. Eine tolle Veranstaltung, die auch in den nächsten Jahren wiederholt werden soll. Wir werden sicherlich wieder dabei sein.

  
 
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. November 2013 um 19:51 Uhr