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Reiseberichte
 

Atlantiküberquerung 2015 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Mittwoch, den 07. Januar 2015 um 22:24 Uhr

Aktuelle Meldung:


Sa., 07.02.15:

Oswin auf Pos. 13°16N 55°40W. Alles okay an Bord, erwarteter Landfall auf Barbados am Montag, 09.02.15.


Fr., 30.01.15:

Oswin, Pos.  15°02N 41°57W , Kurs 237°, der Lümmelbeschlag am Großbaum ist abgerissen, damit steht das Großsegel nicht mehr zur Verfügung. Dennoch kommt er mit der Genua gut voran.

Di., 20.01.15:

Nicht alle notwendigen Reparaturen konnten in Mindelo durchgeführt werden, da eine zeitnahe Ersatzteilbeschaffung nicht möglich ist. Thomas hat sich entschlossen, von Bord zu gehen und die Heimreise nach Griechenland per Flugzeug anzutreten. Das Sicherheitsrisiko ist ihm zu hoch. Es gibt noch zu viele Schäden. Oswin wird die Tour trotz aller Bedenken fortsetzen. 

Sa., 17.01.15:

Gestern Abend sind Thomas und Oswin mit der Pegasus nach knappen 1.000 Seemeilen in der Marina Mindelo auf Sao Vicente eingelaufen. Beide sind wohl auf. Nun ist erstmal ausschlafen angesagt. Anschließend geht es an die Reparaturarbeiten. 

Fr., 16.01.15: Intermar (Abendnetz):
 DL3YDN/mm Thomas: noch 18 sm bis Mindelo!

Do., 15.01.15: Intermar (Abendnetz):
     DL3YDN/mm Thomas: noch 135sm bis Mindelo, alles ok

Mi., 14.01.15: Intermar (Abendnetz):
 DL3YDN/mm 
Thomas: Pos. 20°N 022°W, kommt gut voran. Voraussichtlich
     Freitag ETA/ Landfall in Mindelo. TRX auf SSB ok, Pactor/Email ist nicht möglich.
     Will sich ein neues Laptop in Mindelo kaufen. Auf dem Schiff soweit alles ok, bei
     raumem Wind (SE) um 20 kn und etwa 3m Welle aus SE.

Di., 13.01.15: Intermar (Abendnetz):

     DL3YDW/mm Thomas: Pos. 21°38N 21°01W, Kurs 220° Richtung Mindelo,
     Insel Sao Vicente (Kap Verde)… noch etwa 360 Seemeilen

Mo., 12.01.15: Intermar (Abendnetz):
     DL3YDN/mm Thomas: Pos. 23°08N 19°41W,
     leiden auch unter dem Sandsturm aus der Sahara, sonst alles ok

Mo., 12.01.15: Intermar (Morgennetz):
     DL3YDN/mm Thomas: Pos. 23°29N 19°01W, Kurs Mindelo/Cap Verden ,alle ok.

So., 11.01.15: Intermar (Abendnetz):
     DL3YDN/mm Thomas: wieder "fast" normal QRV, Funke hat sich von selbst
     repariert...geht wieder auf USB!! Kurs Kapverden für Reparaturarbeiten, 
     aktuelle Position 24°13N 18°08W...ca. 450 SM noch…

Sa., 10.01.15: keine aktuelle Positionsmeldung über winlink.org möglich, nur
      Funkspruch über INTERMAR,
einem Amateurfunkdienst für Seefahrzeuge
     mit  Seewetterservice:
      DL3YDN/mm Thomas: „eine große Welle hat seine Funkanlage teilweise außer Gefecht gesetzt: 

     Pactor/Emailverkehr sind nicht möglich! Kontakt nur via 14.313 aber LSB!!!
     Sonst alles wohlauf an Bord. Reiseziel jetzt: Kapverden.“

Fr., 09.01.2015, 17:50 Uhr: 
     Position: südlich von Gran Canaria, Richtung Kap Verden
     Meldung: „Tag 2: Sonne… 22 Grad… mit 6 Knoten Richtung Kapverden“


 

Fr, 09.01.2015, 11.:32 Uhr:
     Position: südöstlich von Gran Canaria,
     Meldung: „die ganze Nacht Jockey gespielt… Monsterwellen aus Norden… 
     müde aber wohlauf“ 

Do., 08.01.2015, 17:50 Uhr:
     Position: östlich auf der Höhe des Nordkaps von Fuerteventura
     Meldung: „30 Knoten Wind, 4 Meter hohe Wellen, 6,5 Knoten Geschwindigkeit, 
     Kurs 190 Grad. Wir sind nass, aber okay.“

 

Abenteuer Atlantiküberquerung… wie alles begann…

Zwei Männer, ein Traum. Sowohl Thomas als auch Oswin wollen sich ihre Kindheitsträume erfüllen. Seit mehreren Jahren wurde immer mal wieder bei diversen Segeltörns im Ionischen Meer, unserem Heimatrevier, darüber gesprochen, dabei blieb es dann aber auch. Bis zum Frühjahr 2014, da hat sich Oswin mal eben eine knapp elf Meter große Phantom 34 mit dem schönen Namen „Pegasus“ gekauft. In der griechischen Mythologie stellt Pegasus ein geflügeltes Pferd dar und ist das Kind des Meeresgottes Poseidon. Hoffentlich ist das ein gutes Omen. Im September 2014 haben wir zu viert mit dem Schiff einen einwöchigen Segeltörn an der Südküste Sardiniens unternommen. Die gut vierzig Jahre alte Yacht zeigte gute Segeleigenschaften und erwies sich als recht zuverlässig. Die Pläne zur Realisierung der Kindheitsträume konkretisierten sich. Nach dem gemeinsamen Törn segelte Oswin mit der SY Pegasus nach La Graciosa, der kleinsten bewohnte Insel der Kanaren im Atlantischen Ozean. Die Insel liegt nördlich von Lanzarote, ist nur 29 Quadratkilometer groß und soll der Startpunkt des Abenteuers Atlantiküberquerung sein. 

     
      SY Pegasus                                                                        Thomas & Oswin

Die Vorbereitungen:

Am 30.12.14 fliegen Thomas und Oswin von Frankfurt nach Arrecife auf Lanzarote. Nach einer Übernachtung geht es per Fähre weiter nach La Graciosa, wo die Pegasus liegt. Es sind noch jede Menge Vorbereitungen zu treffen, insbesondere hinsichtlich Kommunikation auf hoher See. Am 06.01.15 heißt es zum ersten Mal Leinen los. Ziel ist Arrecife, welches nach 6 Stunden und 28 Seemeilen erreicht wird. In Arrecife werden die letzten technischen Probleme behoben und ordentlich gebunkert. Am Donnerstag, dem 08. Januar 2015 soll die große Tour starten.

Ich wünsche „Mast- und Schotbruch“ und immer „eine Handbreit Wasser unterm Kiel“!!!

 

Aktuelle Informationen folgen zeitnah auf dieser Seite. Die Tour mit der aktuellen Position kann man auch verfolgen unter www.winlink.org , callsign: DL3YDN

 

Zuletzt aktualisiert am Montag, den 09. Februar 2015 um 19:45 Uhr
 
Delphi und Metéora-Klöster 2014 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Sonntag, den 09. November 2014 um 00:00 Uhr

Reisebericht: Antike Delphi und die Metéora-Klöster in Griechenland im September 2014


Sowohl die Metéora-Klöster, erbaut hoch oben auf Sandsteinfelsen, als auch das Antike Delphi, Heimat des berühmten Orakels, gehören zu Recht zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Im September 2014 unternehmen wir von unserer Heimatstadt Amaliada im Westen des Peloponnes eine dreitägige Tour nach Delphi in Mittelgriechenland und zu den Metéora-Klöstern bei Kalambaka in Thessalien. Unser Route führt uns zunächst Richtung Norden über Patras und die Brücke Rio-Andirrio auf das Festland. Die Brücke, der offizielle Name lautet  Charilaos-Trikoupis-Brücke, erregte lange Zeit großes Aufsehen, weil man nicht glaubte, dass eine knapp drei Kilometer lange Brücke erdbebensicher gebaut werden könnte. Kurz vor den Olympischen Spielen in Athen 2004 wurde die Schrägseilbrücke eröffnet. Sie wird von vier Pylonen getragen und hält Erdbeben der Stärke sieben stand. Es ist ein imposantes Bauwerk.

Unseren ersten Zwischenstopp machen wir in der westgriechischen Hafenstadt Nafpaktos am Eingang zum Golf von Korinth. Besonders sehenswert sind der venezianische Hafen mit dem Cervantes-Denkmal, welches an die blutige Seeschlacht von Lepanto erinnert, die das Ende der türkischen Vorherrschaft einleitete, und die Burg oberhalb der Stadt. Das beschauliche Städtchen lädt zum Verweilen ein.

     
Brücke Rio-Andirrio bei Patras                                                                  Hafen Nafpaktos

Wir setzen unseren Weg Richtung Osten fort, zunächst entlang der Küste bis Itéa, dann in Richtung Berge. Nach gut zweihundert Kilometern und drei Stunden Fahrtzeit erreichten wir die antike Stadt Delphi, die vor allem für ihr Orakel bekannt ist. Die Ruinenstadt liegt in einer Höhe von 700 Metern, am südwestlichen Fuß des Bergmassivs Parnass. Beeindruckend ist vor allem die landschaftliche Schönheit. Die antiken Sehenswürdigkeiten sind für mich weniger beeindruckend. So wurden vom Apollon-Tempel, dem Sitz des Orakels, lediglich sechs der ursprünglichen 38 dorischen Säulen wieder aufgerichtet. Wenn man das Antike Theater von Epidauros kennt, so kommt einem das Theater von Delphi als nicht besonders sehenswert vor. Dennoch ist der Besuch der Ausgrabungsstätten lohnenswert, nicht zuletzt auf Grund der Geschichte, galt Delphi doch den Menschen der Antike als der Mittelpunkt der Welt. Der Mythologie zufolge ließ Zeus zwei Adler von je einem Ende der Welt aufsteigen. Sie trafen sich in Delphi, der exakte Ort wurde durch den Omphalos, dem „Nabel“, angezeigt. Das Orakel von Delphi war dem Apollon geweiht. Es gilt als das wichtigste Orakel im antiken Griechenland und hatte einen enormen Einfluss. Vor allen wichtigen Unternehmungen, zum Beispiel vor Kriegen, wurde es befragt und entwickelte sich damit zu einem wichtigen politischen Faktor. Als Medium diente die weissagende Priesterin Pythia, die als einzige Frau den Apollon-Tempel betreten durfte. Sie versetzte sich wahrscheinlich durch die Inhalation von Gasen, die aus einer Erdspalte austraten, in Trance und verkündete dann ihre Prophezeiungen, die manchmal recht rätselhaft formuliert waren.

               
Delphi - Omphalos-Stein                               Delphi - Apollon-Tempel                    Delphi  -  Schatzhaus der Athener

Nach der Besichtigung von Delphi setzen wir unsere Reise Richtung Norden mit Ziel Kalambaka in Thessalien fort. Die 250 km lange Streckte führt uns durch riesige Baumwollfelder. In Lamia, Hauptstadt von Mittelgriechenland, machen wir eine kurze Pause, anschließend setzen wir unseren Weg, der fast endlos erscheint, fort. Dann, schon weit vor der Stadt Kalambaka, tauchen die imposanten Metéora-Felsen vor uns auf. In Kalambaka beziehen wir zunächst unser Hotel, gönnen uns ein kühles, frisch gezapftes Bier und schlendern ein wenig durch die Stadt, die fast ausschließlich von der Vermarktung der Metéora-Klöster lebt. Besondere Sehenswürdigkeiten besitzt die gepflegte Stadt ansonsten nicht.

Am nächsten Morgen machen wir uns auf den Weg um die Metéora-Klöster zu besichtigen. Das Besondere ist, dass die Klöster hoch oben auf den Sandsteinfelsen erbaut wurden. Der Name leitet sich ab von dem griechischen Wort μετεωρoς und bedeutet „in der Luft schwebend“.  Je nach Wetterlage sieht es in der Tat manchmal so aus, als wenn die Klöster über den Felsen schweben. Die gesamte Anlage besteht aus 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen, von denen heute nur noch sechs bewohnt sind beziehungsweise besichtigt werden können. Die restlichen achtzehn Klöster sind entweder zu schwer zu erreichen oder wurden wegen Einsturzgefahr verlassen. Die ersten nachgewiesenen Einsiedeleien gibt es seit dem 11. Jahrhundert. Im Laufe der Jahre wuchsen diese Einsiedeleien zu einer organisierten Gemeinschaft nach Vorbild des heiligen Berges Athos zusammen und bildeten das Kloster Doúpiani, welches heute nicht mehr erhalten ist. Mit der Ankunft des von Athos geflohenen Mönches Athanasios im Jahr 1334 begann der Aufstieg des Klosterlebens in der Region. Zusammen mit seinem geistlichen Ziehvater Gregorios und 14 weiteren Mönchen gründete er 1344 das Kloster Metamórphosis, auch bekannt als Megálo Metéoro. Athanasios stellte die in Metéora gültigen Regeln des Klosterlebens auf und wurde nach seinem Tod als Athanasios Meteorites seliggesprochen. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wurden weitere Klöster errichtet und die Anlagen durch fromme regionale Herrscher wie König Symeon finanziell und durch die Gewährung von Privilegien unterstützt. Im Laufe der Jahre entstanden so etliche Klöster und Einsiedeleien, deren Gründer nur zum Teil namentlich bekannt sind.

Die sechs noch zu besichtigenden Klöster liegen nur wenige Kilometer voneinander entfernt. Die Straßen sind gut ausgebaut. Von Kalambaka geht es Richtung Norden nach Kastraki. Nur wenige hundert Meter hinter Kastraki erscheint das erste Kloster Agios Nikólaos Anapavás. Es ist ein spektakulärer Bau, die Felsen gehen direkt in das Bauwerk über. Es entstand im 14. Jahrhundert, zunächst nur als Kirche, später dann als Kloster. Die alte Kirche mit ihren Wandmalereien ist zum Teil noch erhalten. Das Kloster ist heute noch bewohnt und kann besichtigt werden. Über eine neuzeitliche, steile Steintreppe gelangt man zu dem Kloster.

     
Kalambaka, Metéora                                                                          Kloster Agios Nikólaos Anapavás  

Da wir uns keinen Stress machen wollen um alle Klöster an einem Tag zu besichtigen und der Aufstieg zum Kloster recht beschwerlich ausschaut, verzichten wir auf die Besichtigung und setzen unseren Weg fort. Wir halten an zahlreichen Aussichtspunkten  mit sensationellen Ausblicken auf die Klöster, die Felsen, die Ebene und auf Kalambaka. Vorbei an den Klöstern Rousánou und Varlaám führtg uns die Straße zum Kloster Metamórphosis, welches auch unter dem Namen Megálo Metéoro bekannt ist. Der Gebäudekomplex ist mit etwa 60.000 m² das größte der Metéora-Klöster. Es liegt 613 m über dem Meeresspiegel und ist noch immer von Mönchen bewohnt. Seinen Namen Metéoro, der „Schwebende“, erhielt der Fels vom Gründer des Klosters, dem Mönch Athanasios. Bis zum Jahr 1923 war das Kloster nur über Strickleitern bzw. eine Seilwinde mit Netz zu erreichen. Heute führen eine Steintreppe mit 143 Stufen und ein Tunnel in den Gebäudekomplex. Vom Parkplatz aus, gut gefüllt mit großen Reisebussen und Besuchern aus aller Welt, hat man einen eindrucksvollen Blick auf die Klosteranlage, auf das benachbarte Kloster Varlaám und die Felsenlandschaft. Der Eintritt beträgt lediglich 3,- €. Die Anlage wurde sehr schön und liebevoll restauriert und alles sieht sehr ordentlich und gepflegt aus. In der Hauptkirche sind Fresken aus dem Jahr 1552 erhalten. Die Kirche ist nicht besonders groß und recht dunkel. Dennoch ist sie sehr sehenswert. Obwohl hier viele Besucher sind, strömt der Ort Ruhe und Frieden aus. Leider haben es manche Leute noch immer nicht begriffen, dass das hier ein religiöser Ort ist. Man sollte das Verbot zu fotografieren und die strengen Kleidervorschriften respektieren. Viele Bereiche der Anlage sind öffentlich und können besichtigt werden. Auch die Außenanlagen laden zum Verweilen ein. Es gibt auch ein sehr schönes Museum mit wertvollen alten Schriften, religiösen Gegenständen von unschätzbarem Wert, ausführlichen Dokumentationen über die Klostergeschichte, aber auch volkstümliche Ausstellungsstücke. Tief beeindruckt verlassen wir das Kloster. Souvenirs sollte man übrigens im Kloster und nicht an den vielzähligen Ständen auf dem Parkplatz erstehen.

     

Kloster Metamórphosis (Megálo Metéoro)                                                  Kloster Varlaám

 

Das Kloster Varlaám schauen wir uns lediglich aus der Ferne an. Es stammt aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Das zunächst als Einsiedelei gegründete Kloster ist noch bewohnt. Nach dem Tod des ersten Einsiedlers blieb das Gelände zunächst einige Jahre ungenutzt. 1518 wurde mit dem Bau des Klosters begonnen. Die Stifter des Baus legten testamentarisch die zönobitische Lebensweise fest. Ein Reisender aus dem Jahr 1779 vermerkte in seinem Reisebericht, dass seit Bau des Klosters keine Frau mehr den Ort betreten habe.

Die nächste Station unserer Reise ist das Kloster Agia Triáda, die „Heilige Dreifaltigkeit“. Auch dieses ist ein spektakuläres Bauwerk, erlangt e aber weltweite Bekanntheit als Schauplatz für den James Bond Film „In tödlicher Mission“.  Das Kloster wurde wahrscheinlich zwischen 1458 und 1476 gebaut. Genauere Daten sind nicht überliefert. Die Anlage ist noch immer bewohnt. Ursprünglich war der Zugang nur über Seilwinden und Strickleitern möglich. Erst seit 1925 gibt es eine Treppe. Die Kirche ist mit Fresken ausgemalt, die aus dem Jahre 1741 datieren, alle noch im Original erhalten und wunderschön. Bemerkenswert ist auch ein Evangelia mit einem silbernen Deckel aus Venedig aus dem Jahr 1539. Der Weg zum Kloster scheint uns sehr anstrengend zu sein und wir verzichten auf die Besichtigung.

   

Wir setzen unsere Tour fort und fahren zum Kloster Agios Stéphanos. Das etwa 1400 gegründete Kloster wird ebenfalls noch bewohnt. Die Besiedlung des Felsens ist wohl älter. Bis 1927 war eine Inschrift erhalten geblieben, die auf eine Einsiedelei im Jahr 1192 schließen lässt. Das Kloster trägt den Beinamen „das Königliche“, was auf einen Besuch des byzantinischen Kaisers Andronikos III. im Jahre 1333 zurückgeht. Der Herrscher soll von der Gastfreundschaft der Mönche so angetan gewesen sein, dass er dem Kloster großzügige Spenden in Form von Geld und Ländereien zukommen ließ. Im 19. Jahrhundert lebten noch mehr als 30 Mönche im Kloster, mit abnehmender Tendenz. Im Jahr 1960 war es praktisch verlassen und wurde 1961 in ein Frauenkloster umgewandelt. Sehenswert sind der Bischofsthron und die Pulte für Gesangbücher, die mit Perlmutteinlagen verziert sind. Das Kloster ist einfach zu erreichen, man kann fast bis zum Eingang mit dem Auto vorfahren und es gibt ausreichende Parkmöglichkeiten. Vom Kloster aus hat man eine sehr schöne Aussicht über die Ebene, auf Kalambaka und auf das benachbarte Kloster Agia Triada. Leider ist das Kloster, heute ist Montag, geschlossen.

In der Mittagszeit legen wir eine kleine Pause ein und fahren zum „Eagle’s Nest“, einem Restaurant hoch oben in den Bergen mit einem Panoramablick über die Meteora-Felsen. Leider ist die Sicht nicht sehr klar, dennoch ist es ein lohnenswerter Abstecher.

Wir setzen unsere Tour mit der Besichtigung des Klosters Rousánou fort. Das noch bewohnte Kloster wurde laut Überlieferung im Jahre 1388 gegründet, andere Quellen sprechen sogar von 1288.  Der historische Nachweis für diese Angaben steht aber aus. Bekannt ist, dass die Mönche hier in einem zönobitischen System lebten. Nach vielen Überfällen und Plünderungen, die im Laufe der Geschichte erfolgten, sowie konstantem Niedergang, wurde Rousánou 1940 zunächst aufgegeben. Die noch verbliebenen Handschriften und Wertgegenstände wurden in das Kloster Megálo Metéoro verbracht. Bereits 1950 gab es erste Bestrebungen, die Anlage zu erhalten und wieder zu nutzen. Heute ist Rousánou ein Frauenkloster. Sehenswert sind die Fresken aus dem 16. Jahrhundert.  Auch dieses Kloster ist so etwas wie ein Wahrzeichen der Meteora-Klöster. Das liegt an der Lage des Klosters. Auf einem Felsen im Tal gelegen kann man es von vielen Stellen aus sehen. Die Lage ist schon sehr spektakulär. Auch hier beträgt der Eintritt 3,- €, die wir gerne bezahlen.

     

Kloster Agios Stéphanos                                                                   Klosters Rousánou  

Am Abend gehen wir im Restaurant „Meteora“, einem guten traditionellen Restaurant in Kalambaka, essen. Wir dürfen eine gute griechische Küche genießen und lassen den Tag Revue passieren, immer noch tief bewegt von den Eindrücken des Tages. Die Felsformationen an sich sind schon interessant und ein kleines Naturwunder. Die Klöster hoch oben auf den Felsen machen das Highlight perfekt. Heute sind die Klöster gut zugänglich, es wurden Straßen und Brücken gebaut. Als die Klöster erbaut wurden gab es weder Brücken, noch Straßen oder entsprechende Transportmittel. Eine atemberaubende Leistung.

Am dritten Tag treten wir die Rückreise an. Nach dem Frühstück starten wir Richtung Südwesten. Unser Weg führt uns über Arta, Amfilochia, die Brücke Rio-Andirrio und Patras zurück nach Amaliada. Nach etwa 450 Kilometern und sechs Stunden Fahrtzeit sind wir am Ziel. Insbesondere die Metéora-Klöster werden für uns immer ein unvergessliches Erlebnis bleiben.  

Aktuelle Öffnungszeiten der Metéora-Klöster (Stand: September 2014):

Agios Nikólaos Anapavás    täglich von 9:00 Uhr bis 15:00 Uhr, dienstags geschlossen
Rousánou                        täglich von 9:00 Uhr bis 18:00 Uhr, donnerstags  geschl.
Varlaám                          täglich von 9:00 Uhr bis 16:00 Uhr, freitags geschlossen
Metamórphosis                 täglich von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, mittwochs geschlossen
Agia Triáda                      täglich von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr, freitags geschlossen
Agios Stéphanos               täglich von 9:00 Uhr bis 13:30 Uhr und 
                                     von 15:30 Uhr bis 17:30 Uhr, montags geschlossen

 

Weitere Fotos findet Ihr in unserer Fotogalerie.


Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 11. Februar 2015 um 14:08 Uhr
 
Segeltörn Sardinien 2014 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Samstag, den 08. November 2014 um 16:46 Uhr

Segeltörn entlang der Südküste Sardiniens im September 2014

Costa del Sud, Sardegna

Ja, wir haben es getan. Wir sind fremd gegangen. Sowohl unserem Segelschiff „Asteri“ als auch unserem geliebten Segelrevier Ionisches Meer sind wir untreu geworden. Unseren diesjährigen längeren Segeltörn haben wir mit einem befreundeten Ehepaar aus Deutschland auf deren Segelschiff „Pegasus“, welches in einer Marina in Cagliari im Süden Sardiniens liegt, unternommen.

Sardinien, in der Landessprache „Sardegna“, ist nach Sizilien die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die zu Italien gehörende Insel hat eine Fläche von etwa 24.000 Quadratkilometern und zählt rund 1,6 Millionen Einwohner. Sardinien ist ca. 270 Kilometer lang und ca. 145 Kilometer breit. Sie liegt rund 200 Kilometer vom italienischen Festland entfernt, bis zur französischen Insel Korsika im Norden sind es hingegen nur 12 Kilometer, nur durch die Straße von Bonifacio getrennt. Hauptstadt Sardiniens ist die Hafenstadt Cagliari im Süden der Insel.

Wir, das sind Thomas und Heike, fliegen am 5. September 2014 mit Ryanair von Araxos auf dem Peloponnes nach Bergamo, nahe Mailand, in der Lombardei in Italien. Am Abend erkunden wir die alte Oberstadt, die „Città Alta“ von Bergamo und essen bei „Da Franco“ die bislang beste Pizza unseres Lebens. Die Nacht schlagen wir uns am Flughafen um die Ohren. Am nächsten Morgen erfahren wir, dass unser Anschlussflug von Bergamo nach Alghero im Nordwesten von Sardinien ersatzlos gestrichen wurde. Nach einem Moment der Verwirrung werden wir dann auf die Maschine nach Cagliari umgebucht. Das kommt uns sogar sehr entgegen, denn unser Ziel ist Cagliari und wir sparen daher Zeit und Geld für den Bus. Am frühen Nachmittag erreichen wir die Hafenstadt. Da es hier eine Vielzahl von Marinas gibt und wir überhaupt nicht ortskundig sind, werden wir am zentralen Busbahnhof von unseren Freunden abgeholt und machen uns gemeinsam auf den Weg zur Marina „Sant’Elmo“. An Bord der „Pegasus“ wird erst mal das Wiedersehen gefeiert und wir schauen uns das Schiff an. Die knapp elf Meter große Phantom 34 ist schon gute vierzig Jahre alt, scheint aber recht gut in Schuss zu sein. Das Schiff hat einen gewissen Charme, mit viel Holz, hohem Aufbau und einem großen Cockpit. Bug- und Heckkorb sind ein wenig überladen. Bevor wir die Segeleigenschaften prüfen, besichtigen wir erst mal die Altstadt von Cagliari, die „Castello“ genannt wird und auf einem Hügel liegt. Von hier hat man einen fantastischen Ausblick über den Golf von Cagliari. Das Abendessen wird aus der Schiffskombüse geliefert. Bei dem einen oder anderen Glas Wein und guten Gesprächen lassen wir den Abend ausklingen.

Am nächsten Morgen starten wir zu unserem Törn. Ein bestimmtes Ziel haben wir nicht, wir lassen den Wind entscheiden. Wir verlassen die Marina, setzen die Segel und nehmen Kurs Richtung Süden. Bei halbem Wind kommen wir ruhig aber recht zügig voran, das Schiff zeigt sich von seiner besten Seite und hat allem Anschein zum Trotz sehr gute Segeleigenschaften. Am späten Nachmittag erreichen wir nach etwa sechzehn Seemeilen unser erstes Etappenziel namens Perd’e Sali. Wir ankern vor dem Sandstrand neben dem Hafen und verbringen einen gemütlichen Abend an Bord. Um Mitternacht stoßen wir an, unsere Freundin hat Geburtstag.

      


Nachdem wir ausgeschlafen und gefrühstückt haben, nehmen wir das Dingi und gehen im Hafen an Land. Der Yachthafen Perd’e Sali gehört zur Stadt Sarroch. Es ist wenig los, die Saison ist definitiv zu Ende. Leider gibt es nur sehr begrenzte Versorgungsmöglichkeiten. Wir schlendern durch den Ort, der eigentlich nur aus Ferienhäusern und Appartements besteht, und suchen vergebens einen Supermarkt. Am Hafen trinken wir einen Kaffee und kehren zurück zum Schiff, heben den Anker, ziehen die Segel hoch und setzen unseren Törn Richtung Süden fort. Wir haben nur einen schwachen Wind, daher setzen wir uns ein kurzes Etappenziel. Nach der kleinen Insel San Macario steuern wir Nora an. Nach etwa vier Seemeilen ankern wir vor dem feinsandigen Strand direkt vor der Kirche Chiesa di ant‘ Efisio di Nora. Links von uns können wir auf die Ruinenstadt blicken. Die archäologischen Überreste können besichtigt werden. Nora ist vermutlich die älteste Stadt auf Sardinien und wurde von den Phöniziern gegründet. Im frühen Mittelalter wurde die Stadt wegen der Piratenüberfälle aufgegeben. Wir gehen an Land, trinken ein kühles Bier und erkunden zu Fuß die nähere Umgebung. Nora ist eines der beliebtesten Ferienziele an der sardischen Südküste. Verständlich, denn  Strand und Landschaft sind wirklich sehr schön. Da unsere Vorräte zur Neige gehen, fahren wir mit dem Bus in das vier Kilometer entfernte Städtchen Pula. Die beschauliche Stadt zählt etwa 7.300 Einwohner. Man findet hier verwinkelte Gassenzüge, alte Patrizierhäuser, Restaurants und natürlich gute Einkaufsmöglichkeiten. Am Abend gehen wir im Restaurant am Strand von Nora essen und feiern den Geburtstag unserer Freundin. Den Abend lassen wir bei Vollmond und einer sternenklaren Nacht mit einem Glas Wein an Bord ausklingen.

Wir setzen unseren Törn entlang der Costa del Sud fort. Auch heute haben wir leider nur einen mäßigen Wind. Unser heutiges Ziel heißt daher Santa Margherita di Pula. Der Strand gehört zu den bekanntesten und beliebtesten Badeziele im Süden Sardiniens, der Sand ist sehr hell und fein, das azurblaue flache Wasser lädt zum Baden und Entspannen ein. Der kilometerlange Sandstrand wird durch einen Pinienhain und zahlreichen Hotel- und Ferienhausanlagen von der Hauptstraße getrennt. Hier gibt es neben der Costa Smeralda einige der exklusivsten Ferienanlagen der Insel. Nach einer Etappe von etwa sieben Seemeilen ankern wir direkt vor dem schönen Sandstrand. Wir gehen an Land und laufen mehrere Kilometer entlang der Ferienanlagen, immer auf der Suche nach einem Supermarkt. Einen Supermarkt finden wir nicht, dafür aber eine gemütliche Bar direkt am Strand.

Am nächsten Morgen hängen Wolken über uns. Wir setzen Kurs Richtung Südwesten. Am Capo Spartivento setzen wir dann Kurs Richtung Westen. Es beginnt zu regnen, unsere Stimmung bleibt dennoch gut. Da wir immer in Küstennähe segeln, entdecken wir einige sehr schöne Buchten, Landzungen und Strände mit kristallklarem Wasser, z.B. den Strand Tuerredda, ein kleines Paradies. Nachdem wir das Capo Malfatano passiert haben, setzen wir Kurs Richtung Nordwesten, wieder beginnt es zu regnen. Unser Ziel ist Porto Tramatzu beziehungsweise die Marina di Teulada, die wir nach etwa fünfzehn Seemeilen erreichen. Sie liegt in einer unberührten Natur. Die Marinas sind auf Sardinien bzw. in Italien recht teuer. Dennoch beschließen wir in die Marina zu gehen, da das Energiemanagement an Bord noch nicht optimal ist und sämtliche Batterien und Akkus fast leer sind. Zudem freuen wir uns auf eine warme Süßwasserdusche. Die Ansteuerung ist leicht. Wir bekommen einen Liegeplatz mit Mooring-Leinen zugewiesen. Auch hier bemerken wir, dass die Saison vorüber ist. Es ist sehr wenig los und die Versorgungsmöglichkeiten sind begrenzt. Einen Supermarkt soll es auf dem benachbarten Campingplatz geben. Wir hoffen inständig, dass dieser noch geöffnet hat, denn die Vorräte gehen nun wirklich zur Neige. Nächste Einkaufsmöglichkeiten gäbe es dann nur in der acht Kilometer entfernten Stadt Teulada, die Busverbindungen sind aber sehr beschränkt. Die Regenwolken haben sich verzogen und die Sonne scheint. Wir schlendern über den Campingplatz und finden tatsächlich einen gut sortierten Minimarkt und eine Bar, an der wir nicht vorbei gehen können. Anschließend genießen wir den „Luxus“ einer ordentlichen, warmen Dusche in der Marina. Den Abend verbringen wir wie gewohnt bei Wein und guten Gesprächen an Bord.

Schon sehr früh brechen wir am nächsten Tag auf. Weiter Richtung Westen können wir nicht segeln, da sich hier ein Militärgebiet befindet. Also setzen wir Kurs nach Südosten und treten den Heimweg Richtung Cagliari an. Am Capo Spartivento setzen wir Kurs Richtung Nordosten. Wetter und Wind sind fantastisch und wir kommen sehr zügig voran. Wieder einmal sind wir überrascht von den guten Segeleigenschaften der „Pegasus“. Am Nachmittag dreht der Wind auf Nord. Daher beschließen wir, nicht nach Cagliari zu segeln sondern noch ein Stück weiter Richtung Osten auf das Kap Sant’Elia zu. Hinter dem Kap liegt der kilometerlange Poetto-Strand. Nach rund 40 Seemeilen ankern wir vor dem Strand, ganz in der Nähe der Marina Piccola. Es war ein superschöner Segeltag.

Am nächsten Morgen gehen wir in der Marina an Land. Während die Männer nochmals „shoppen“ gehen, gönnen wir Mädels uns ein frisch gezapftes Glas Bier. Gegen Mittag heben wir ein letztes Mal den Anker und setzen die Segel. Es geht zurück in die Marina Sant‘ Elmo in Cagliari.

Die letzten zwei Tage verbringen wir auf dem Schiff in der Marina. Es stehen Wartungs- und Reparaturarbeiten an, es werden zusätzliche Solarpanels angeschlossen um das Energiemanagement zu optimieren und das Schiff wird „entrümpelt“. Unser Freund möchte in wenigen Tagen Sardinien verlassen und Richtung Westen mit Ziel Kanaren segeln. Im kommenden Winter oder Frühjahr möchte er dann von dort aus den Atlantik überqueren und in die Karibik segeln. Wir wünschen jetzt schon „Mast- und Schotbruch“!

Am Montagmorgen heißt es Abschied nehmen. Thomas und ich fahren mit dem Bus von Cagliari in das 250 Kilometer entfernte Alghero im Nordwesten von Sardinien. Nun sehen wir ein wenig von der Insel. Die Natur auf Sardinien scheint noch intakt zu sein, die Landschaft ist abwechslungsreich und die Fauna und Flora einzigartig. Im Inneren der Insel dehnen sich grandiose Gebirgslandschaften aus. Und überall, soweit das Auge reicht, immergrüne Macchiasträucher. Am frühen Nachmittag erreichen wir den Flughafen Alghero. Unser Flug nach Bergamo mit Ryanair geht am frühen Abend. In Bergamo angekommen gehen wir nochmal Pizza essen, diesmal nicht ganz so gut wie bei „Da Franco“, aber trotzdem lecker. Abermals schlagen wir uns am Flughafen die Nacht um die Ohren. Am nächsten Morgen fliegen wir weiter nach Araxos, unserem Heimatflughafen auf dem Peloponnes.

       

Schlusswort:

Es war ein schöner Segeltörn. Das Segeln an sich war fantastisch, aber auch die Seemannschaft war sehr gut. Wir haben einige wunderbare Tage gemeinsam verbracht. So schön wie die Südküste Sardiniens auch ist, eines habe ich im Vergleich zum Ionischen Meer mit seiner vielfältigen Küsten- und Insellandschaft schmerzlich vermisst. Es sind die kleinen Natur- und Fischerhäfen mit diesem besonderen mediterranen Flair und mit ihren malerischen Dörfern, in denen das Leben pulsiert.   

Weitere Fotos findet Ihr in unserer Fotogalerie.


Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 08. November 2014 um 18:29 Uhr
 
Segeltörn im Ionischen Meer 2013 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Montag, den 16. September 2013 um 18:47 Uhr

Segeltörn im Ionischen Meer Sommer 2013

 

Montag, 26.08.13, erster Tag (… und vielleicht der letzte Tag?...)
Katakolo (Peloponnes) -> Katakolo (Peloponnes)
Am Montag, 26. August 2013 wollen wir, das sind Thomas und Heike,  zu unserem ersten Segeltörn in diesem Jahr aufbrechen. Hoffentlich geht in diesem Jahr alles gut, im letzten Jahr hatten wir ja mit diversen Pleiten-, Pech- und Pannenaktionen zu kämpfen. Aber es geht schon gut los, nach bereits 20 Metern die erste Panne. Die Heckklappe an unserem Auto ist nicht geschlossen, klappt nach oben auf und Kartoffeln, Eier, Käse usw. liegen auf der Straße. Na prima, die erste Panne schon bevor wir unser Schiff erreicht haben. Wir sammeln schnell alles auf, die Eier sind wie durch ein Wunder ganz geblieben, und es kann weiter gehen. Auf halber Strecke Richtung Katakolo, unserem Heimathafen im Westen des Peloponnes, bekommt Thomas eine SMS nach der anderen. Was ist denn nun los? Dann klingelt auch noch das Mobiltelefon… unsere Alarmanlage daheim ist völlig am spinnen. Wir kehren wieder um… Das geht ja schon mal ganz toll los… Mit etwas Verzögerung erreichen wir den Hafen, verstauen alles gut und können mit unserem 8,30 Meter langem Segelschiff „ASTERI“ gegen 12:00 Uhr in See stechen. Unser diesjähriges Ziel ist wie im vergangenen Jahr das Ionische Meer mit den vielen kleinen und größeren Ionischen Inseln. Die Erste Etappe soll uns aber nach Kyllini auf dem Peloponnes bringen. Wir verlassen unseren Heimathafen, fahren unter Motor um das Kap Katakolo herum und setzen zunächst Kurs Richtung Nordwesten. Zeit die Segel zu setzen. Doch vorher stirbt plötzlich der Motor ab. Das kann doch nicht wahr sein! Nachdem wir bereits im letzten Jahr Probleme mit dem Motor, oder vielmehr mit der Dieselzufuhr hatten, hat Thomas im vergangenen Winter den Tank etc. ausgebaut und alles gut gereinigt und gewartet. Nichts hatte danach auf ein Problem hingewiesen. Und nun, nach nur knapp zwei Seemeilen dümpeln wir mal wieder umher. Wir setzen die Genua (vergrößertes Vorsegel) und nehmen wieder Kurs Richtung Katakolo. Um 14:15 Uhr lassen wir den Anker in der Bucht von Katakolo fallen. Das kommt uns irgendwie bekannt vor… History recalls… Thomas beginnt sofort mit der Fehlersuche. Nach einer halben Stunde kann das Problem lokalisiert werden und nach einer weiteren halben Stunde ist alles gefixt. Der Motor bekommt Diesel und läuft wieder wie eine Eins. Um noch zu einer ersten Etappe starten zu können ist es schon zu spät. Wir beschließen, in der Bucht über Nacht zu bleiben um am nächsten Morgen ganz früh erneut zu starten. Wir verbringen den Rest des Nachmittags mit kleineren Reparatur-, Wartungs- und Reinigungsarbeiten und Relaxen ein wenig. Zum Abendessen gibt’s eine ordentliche Bauernpfanne und wir lassen den Abend bei Wein an Bord ausklingen.
Fazit des Tages: Katakolo ist auch ganz schön – oder vielleicht doch ein neues Schiff kaufen?

 

Dienstag, 27.08.13, Tag 2, Katakolo (Peloponnes) -> Poros (Kefalonia)
Bereits um 8.30 Uhr holen wir den Anker auf und verlassen die Bucht von Katakolo. Der Wetterbericht hat für den Vormittag einen leichten Wind aus Norden, für den Nachmittag einen mäßigen Westwind vorher gesagt. Den gestrigen Tag wollen wir etwas aufholen, wir beschließen, nicht nach Kyllini, sondern direkt bis Poros im Südosten von Kefalonia zu segeln. Wir setzen Kurs Nordwest. Erst gegen 10:00 Uhr kommt etwas Wind auf und wir setzen die Segel, um sie nach nur einer guten Stunde wieder zu bergen, da der Wind abstellt. Soviel zum Thema Verlässlichkeit von Wettervorhersagen. Zeit für unser obligatorisches Elf-Uhr-Bier. Nach einer Stunde kommt wieder etwas Wind auf, wir setzen erneut die Segel, um sie nach einer weiteren Stunde wieder zu bergen, da der Wind erneut einschläft. Das kann ja ein langer Tag werden… Gegen 14:00 Uhr haben wir wieder Wind, diesmal aus Westen. Und er nimmt schnell und stark zu. Wir reffen, d.h. wir verkleinern unsere Segelfläche. Mit nun 5 bis 5,5 Knoten (1 Knoten = 1,852 km/h  Geschwindigkeit) kommen wir sehr gut voran. Auf der Höhe der Nordspitze von Zakynthos, der südlichsten der größeren Ionischen Inseln, nimmt der Wind weiter zu, hinzu kommen Kreuzwellen aus Norden und Westen. Wir gehen mit dem Groß ins zweite Reff und rollen die Genua auf Handtuchgröße ein. Langsam wird es etwas ungemütlich, mehrere Wellen schlagen im Cockpit ein, aber die Geschwindigkeit ist für unsere Verhältnisse fantastisch. Als wir die Südspitze von Kefalonia, die größte der Ionischen Inseln, erreichen, nimmt der Wind etwas ab. Nach kurzer Zeit kommen wir in die Landabdeckung und der Wind stellt ab. Nun ist unser „Flautenschieber“ (1-Zylinder BUKH Motor, 14 PS) wieder gefragt. Ca. 5 Seemeilen vor Poros geht der Motor wieder aus. Hört das denn nie auf? Glücklicherweise kann Thomas das Problem schnell fixen. Nach 39,6 Seemeilen (1 Seemeile = 1,852 km) erreichen wir um 19.30 Uhr endlich Poros. Poros ist ein kleiner Fährhafen (Fähre nach Kyllini, Peloponnes) im Südosten von Kefalonia. Während wir das Schiff versorgen kommen wir mit Österreichern, die direkt neben uns liegen, ins Gespräch. Schnell steht die Ouzo-Flasche auf dem Tisch. Wir tauschen Erfahrungen und Informationen hinsichtlich Wettervorhersagen aus und geben Tipps für schöne Buchten und Häfen im südlichen Ionischen Meer. Später gehen wir ins Dorf Poros und besuchen die Pizzeria Bello.
Fazit des Tages: ein richtig guter Segel-Tag.

 

Mittwoch, 28.08.13, Tag 3, Poros (Kefalonia) -> Vathy (Ithaka)
Nach dem Frühstück befreien wir zunächst Schiff und Bekleidung vom Salzwasser. Der Wetterbericht hat für heute kaum Wind vorher gesagt. Daher wählen wir für den heutigen Tag nur eine kurze Etappe, unser Ziel ist Vathy, Hauptort und wichtigster Hafen auf Ithaka, eine Insel voller Mythen und die legendäre Heimat des Odysseus. Wir starten um 11:30 Uhr in Poros und setzen Kurs Richtung Norden. Leider hat der Wetterbericht ausnahmsweise Recht: es hat in der Tat kaum Wind, also kommt unser „Flautenschieber“ zum Einsatz. Nach 22 Seemeilen erreichen wir um 15:30 Uhr Vathy im Osten der Insel Ithaka, im Kolpos Aetou. Von hohen Bergen umgeben, bietet die Einfahrt einen imposanten Anblick. Der fjordartige Naturhafen Vathy ist das Zentrum der Insel und gehört zu den schönsten Häfen Griechenlands. Wir legen mit dem Heck an und machen das Schff klar. Es ist sehr heiß und wir gehen ein frisch gezapftes, kaltes Bier trinken. Im Hafen herrscht reges Treiben, wir schauen den Schiffen zu, die nach und nach den Hafen füllen. Wir schlendern ein wenig durch das 1800 Einwohner Städtchen. Am Abend müssen wir erneut ein Ankermanöver fahren. Die polnische Segelyacht neben uns hatte beim Herausfahren unseren Anker ausgegraben. Am Abend gibt’s Geschnetzeltes mit Nudeln aus der Kombüse und wir lassen den Abend an Bord bei Wein ausklingen.
Fazit des Tages: kein schöner Segel-Tag, aber Vathy ist immer einen Besuch wert.

 

    

 

Donnerstag, 29.08.13, Tag 4, Vathy (Ithaka) -> Porto Leone (Kalamos)
Wir starten um 10:00 Uhr in Vathy auf Ithaka. Unser heutiges Ziel ist die Bucht Porto Leone im Südosten von Kalamos. Die nur 25 km² große Insel Kalamos liegt östlich von Meganisi und ist im Norden nur 2 km vom Festland (Mytika) entfernt.
Nach der Ausfahrt aus dem Ormos Vatheos setzen wir die Segel und nehmen Kurs Richtung Nordosten. Wir haben einen ordentlichen Wind aus Nordwesten und wir segeln mit durchschnittlich 5 Knoten, in Spitzen mit 6 Knoten, Richtung Kalamos. Wir lassen die kleine Insel Atokos rechts liegen und genießen einen richtig schönen Segeltag. Ca. 5 Seemeilen vor unserem Ziel kommen wir durch die Landabdeckungen der Inseln Kastos und Kalamos in eine Flaute, also geht’s mit „BUKH-Wind“ weiter. Um 14:00 Uhr erreichen wir nach 16 Seemeilen die Leone-Bucht und ankern. Das kleine Dörfchen Kephali ist verlassen und verfallen, aber vor zwei Jahren wurde die Kirche liebevoll restauriert. In den Sommermonaten wird per Notstromaggregat eine kleine Kantina betrieben.
Nachdem das Schiff versorgt ist, springen wir von Bord und Baden ausgiebig. Das Wasser ist glasklar und erfrischend. Einfach herrlich. Wir genießen die schöne Landschaft und die Ruhe in der Bucht. Gegen Abend dreht der Wind und heftige Fallwinde kommen über die Berge. Unser Anker rutscht leicht und die Felsen kommen immer näher. Deshalb gehen wir Ankerauf und suchen uns einen neuen Platz. Diesmal hält der Anker, wie wir es eigentlich immer gewohnt sind. Am Abend gibt es ein Lauchcreme-Süppchen und einen „Strammen Max“. Bei reichlich Wein genießen wir den Abend an Bord unter einem gigantischen Sternenhimmel. Ohne Streulicht ist die Milchstraße klar zu sehen und die Sterne funkeln unbeschreiblich schön.
Fazit des Tages: ein toller Segel-Tag und ein schöner Abend unter einem gigantischen Sternenhimmel.

 

Freitag, 30.08.13, Tag 5, Port Leone (Kalamos) -> Ormos Atherinos (Meganisi)
Schon früh um 8:30 Uhr verlassen wir die Leone-Bucht auf Kalamos. Das heutige Ziel ist die fjordartige Bucht Ormos Atherinos im Nordosten von Meganisi (wörtlich „große Insel“). Die knapp 20 km² große Insel ist durch eine nur 800 Meter breite Meerenge von der deutlich größeren Nachbarinsel Lefkas im Westen getrennt. Meganisi besitzt eine unregelmäßige Form, die grob an ein „C“ erinnert. Sie besteht aus einem im Norden gelegenen Hauptteil und einer langen, sich Richtung Südosten erstreckenden und nur wenige Hundert Meter schmalen Landzunge. Wie Kalamos ist auch Meganisi stark bewaldet.
Da es laut Wetterbericht Westwind geben soll, entscheiden wir uns für den Weg um das Südkap von Kalamos herum zu gehen und dann Kurs Richtung Norden zu nehmen. Am Südkap von Kalamos setzen wir die Segel. Der Wind kommt allerdings nicht aus Westen, sondern aus Norden, d.h. wir haben den Wind „auf der Nase“ und müssen aufkreuzen. Die letzte Seemeile laufen wir Motor und erreichen nach 14,5 Seemeilen um 13:30 Uhr die Bucht Ormos Atherinos. Wir machen das Schiff klar und gehen in der nahegelegenen Bar ein frisch gezapftes, kühles Bier trinken. Wir kommen mit deutschen Seglern, die dort eine Segelschule und Charter betreiben, ins Gespräch und tauschen Erfahrungen aus. Am späten Nachmittag kommt ein heftiger Wind auf und es herrscht reges Treiben. Alle sichern ihre Schiffe, bringen Springs aus etc.
Dann können wir einem lustigen Schauspiel beiwohnen. Bereits bei unserer Einfahrt in die langgezogene Bucht war uns eine riesige Luxus-Motor-Yacht aufgefallen, die mitten in der Bucht ankert. Nun kommt ein Luxus-Beiboot mit drei-Mann-starker Besatzung, alle komplett in weiß gekleidet, mit Walkie-Talkie ausgestattet, heran gefahren. Neben der Besatzung noch an Bord: zwei Möpse. Die vollkommen übergewichtigen Vierbeiner werden an Land zum „Gassi gehen“ getragen. Nach einer halben Stunde werden die Tiere zurück an Bord gebracht. Hinterteil und Pfoten werden mit den edelsten Lederläppchen sorgfältig sauber gemacht und es geht zurück zur Luxus-Yacht. Dieses Schauspiel wiederholt sich dann alle vier bis fünf Stunden. Also auch auf Luxus-Yachten gibt es menschliche oder besser tierische Probleme. Am Abend gehen wir ins Dorf Katomeri, ca. 1 km vom Hafen entfernt. Das uns empfohlene Restaurant war leider ein totaler Flop: schlechtes Essen zu überhöhten Preisen und dazu noch grausige Live-Musik, mit einem Gastwirt, der die weibliche Kundschaft zum Tanzen aufforderte, ob sie wollte oder nicht.
Fazit des Tages: selbst auf Luxus-Yachten gibt’s kein Grün für Möpse.

 

Samstag, 31.08.13, Tag 6, Ormos Atherinos (Meganisi) -> Frikes (Ithaka)
Um 9:30 Uhr heißt es Anker hoch und Leinen los. Wir verlassen die Bucht Atherinos mit Ziel Fiskardo im Nordosten von Kefalonia. Zunächst fahren wir unter Motor die Ostküste Meganisis Richtung Norden entlang, weiter geht es Richtung Westen. Nördlich von Meganisi liegt die ehemalige Onassis-Insel Skorpios. Die Insel wurde im Frühling 2013 an einen russischen Milliardär verkauft bzw. für 100 Jahre verleast, denn laut einer Klausel im Testament von Aristoteles Onassis sollte die Insel nie verkauft werden dürfen. Am Nordwestkap von Meganisi setzen wir Kurs Richtung Süden. Gegen 11.30 Uhr kommt Wind auf und wir können endlich die Segel setzen. Laut Wetterbericht sollten wir heute leichten West- bzw. Nordwest-Wind haben. Aber die Wettervorhersage ist wohl irgendwie ausgewürfelt worden. Wir haben heftigen Südwind. Blöd, wenn man in den Süden will. Wir müssen aufkreuzen. Der Wind nimmt immer stärker zu, hinzu kommen recht hohe Wellen. Das Aufkreuzen wird müßig, wir gewinnen kaum an Höhe. Selbst unter Motor kommen wir kaum vom Fleck. Dann gönnt sich unser Motor auch mal wieder eine Auszeit. Das alte Problem ist wieder da. Wir geben unser geplantes Ziel Fiskardo auf und steuern stattdessen den Hafen Frikes im Nordosten von Ithaka an. Frikes ist ein beschaulicher Hafen bzw. Ort mit ca. 100 Einwohnern. Bei der Ansteuerung des Hafens haben wir mit heftigen Fallböen zu kämpfen, aber um 15:00 Uhr erreichen wir nach 24 Seemeilen den Hafen. Zunächst legen wir per Anker mit dem Heck am Kai an. Da die Fallböen aber weiter zunehmen, packen wir alle Fender auf Backbord und mit Hilfe von einem anderen Segler und einem Einheimischen legen wir das Schiff längsseits an. Als der Wind etwas abnimmt, wagen wir es von Bord zu gehen und gönnen uns ein frisch gezapftes Bier im Hafen, ohne unser Schiff aus den Augen zu lassen. Die Kombüse bzw. Smutje Thomas serviert am Abend Spaghetti Carbonara.
Fazit des Tages: kämpfe nie gegen Wind und Welle an, beuge dich dem Meer.

 

Sonntag, 01.09.13, Tag 7, Frikes (Ithaka) -> Poros (Kefalonia)
Wir starten um 9:00 Uhr in Frikes auf Ithaka. Unser heutiges Ziel ist Poros im Südosten von Kefalonia. Im Gegensatz zu gestern haben wir heute gar keinen Wind, das Meer ist glatt wie ein Babypopo. Unter Maschine setzen wir zunächst Kurs Richtung Südosten und fahren die Ostküste Ithakas entlang. An der Südostspitze von Ithaka setzen wir direkten Kurs Richtung Süden. Nach 26,5 Seemeilen machen wir um 14:30 Uhr in Poros auf Kefalonia fest. Wir versorgen das Schiff und gehen, welch Überraschung, ein kühles, frisch gezapftes Bier trinken. Am Nachmittag bzw. Abend treffen wir bekannte Segler, deren Heimathafen ebenfalls Katakolo ist, und wir plaudern ein wenig. Wie immer, wenn wir in Poros sind, gehen wir am Abend in die Pizzeria Bello.
Fazit des Tages: ein ruhiger, unspektakulärer Tag.

 

Montag, 02.09.13, Tag 8, Poros (Kefalonia) -> Katakolo (Peloponnes)
Um 9:00 Uhr heißt es zum letzten Mal Anker hoch und Leinen los. Heute geht es zurück in unseren Heimathafen Katakolo. Wir setzen Kurs Richtung Südosten. Wie am Vortag hat es fast keinen Wind, so dass der „Flautenschieber“ leider mal wieder zum Einsatz kommt. Erst am späten Vormittag kommt leichter Wind aus Nordwesten auf. Dennoch bleiben die insgesamt 40 Seemeilen bis Katakolo eine zähe Angelegenheit. Immerhin sehen wir in der Ferne noch Delfine. Um 18:00 Uhr haben wir es endlich geschafft und wir machen in unserem Heimathafen fest.
Fazit des Tages: kein schöner Segel-Tag, aber immerhin kaltes Bier an Bord.

 

Schlusswort:
Das Ionische Meer ist ein tolles Segelrevier, auch wenn die Winde im Sommer meist schwach und oftmals unberechenbar sind. Aber die schönen Inseln mit ihren tollen Buchten und kristallklarem Wasser entschädigen für Vieles.

 

   

 

Weitere Fotos im Fotoalbum der Website.

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. November 2013 um 19:50 Uhr
 
Segeltörn im Ionischen Meer 2012 PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: Heike Lammert   
Mittwoch, den 13. März 2013 um 02:00 Uhr

Ionisches Meer - ein tolles Segelrevier!

Montag, 27.08.12, erster Tag (… und vielleicht der letzte Tag?...)
Katakolo (Peloponnes) -> Porto Keri (Zakynthos) -> Katakolo (Peloponnes) 
Nachdem wir ordentlich gebunkert und alles gut verstaut haben, können wir, das sind Thomas und Heike, endlich mit einem Tag Verspätung zu unserem ersten Segeltörn in diesem Jahr in See stechen. Um 11.30 Uhr starten wir mit unserem 8,30 Meter großen (oder kleinen) Segelschiff „ASTERI“ von unserem Heimathafen Katakolo (Peloponnes) aus. Wir setzen Kurs Richtung Westen mit dem Ziel Porto Keri im Süden von Zakynthos. Eigentlich wollten wir Richtung Norden, aber der Wetterbericht hatte Nordwind mit bis zu 6 Beaufort[1] vorausgesagt. Um den Wind nicht auf der Nase zu haben, segeln wir also mit Groß[2] und Genua[3] mit halben Wind Richtung Westen. Und tatsächlich haben wir starken Wind und grobe See. Schon nach kurzer Zeit gehen wir ins erste Reff[4] und kommen mit durchschnittlich 5 Knoten[5] Geschwindigkeit gut voran. Gemütliches „Sonntags-Segeln“ ist das aber nicht. Der Wind wird immer stärker und die Wellen werden immer höher, also gehen wir ins zweite Reff und rollen die Genua auf Handtuchgröße ein. Als wir in die Landabdeckung von Zakynthos kommen, ist es vorbei mit dem Nordwind und wir kämpfen gegen die Fallwinde und Wellen von vorn an. Unser Schiff ist ziemlich stark am Schaukeln. Die letzten zwei Seemeilen[6] wollen wir mit Motor bewerkstelligen, also holen wir die Segel ein und starten den Motor[7]. Wir kämpfen weiterhin gegen Wind und Wellen an, gefühlt fahren wir rückwärts, denn unser Motor ist eigentlich zu schwach. So kommen wir nicht weiter, also kurze Kursänderung und Segel wieder hoch. So ein Mist, das Großsegel lässt sich nicht hochziehen, da hat sich eine Leine am Mastlicht verfangen, und bei dem Wetter besteht keine Chance das zu richten. Also kämpft unser kleiner Motor tapfer weiter, und kämpft, und kämpft … und geht aus! Was zum Teufel ist das nun? Thomas ist sich sicher, dass der Motor kein Diesel bekommt, der Tank ist aber fast voll. Keine Chance, der Motor lässt sich nicht wieder starten. Was nun? Kein Motor, kein Großsegel. Nur mit der Genua kommen wir nicht nach Porto Keri, das wäre zu gefährlich. Es ist 18:00 Uhr, wir haben bereits 26 Seemeilen bei rauer See hinter uns und wir entscheiden uns umzukehren und setzen Kurs Richtung Osten mit Ziel Katakolo. Hoffentlich hält die Genua und der Nordwind bleibt stabil, so dass wir direkten Kurs nehmen können, denn eigentlich reicht uns schon jetzt die Schaukelei. Und die Probleme werden nicht weniger. Das vordere Luk ist nicht ganz dicht, dafür aber der Wasserablauf vom Ankerkasten. Schöne Sch…., alles nass, Laken, Kopfkissen, sämtliche Klamotten. Naja, egal, wir sind es ja auch. Ach, hatte ich schon erwähnt, dass die Schraube für den Autopiloten an der Pinne gebrochen ist? Dies konnten wir aber sofort fixen. Wenigstens funktioniert unser Energiemanagement hervorragend und wir haben kaltes Bier an Bord. Extrem wichtig in dieser Situation! Langsam geht die Sonne hinter uns unter, der wohlverdiente Sundowner (Gin + Orangensaft)  in Porto Keri muss leider ausfallen. Der Wind wird etwas schwächer, aber die Wellen und damit das Schaukeln bleiben. Wir kommen uns vor, als säßen wir auf einem Rodeopferd. Unsere Laune war schon mal besser. Wir können schon das Licht des Leuchtturms am Kap von Katakolo sehen, aber die letzten Meilen ziehen sich wie Kaugummi. Und „Hermann“, unser Autopilot, macht auch noch schlapp. Thomas muss die ganze Zeit manuell steuern. Endlich, gegen 23:00 Uhr erreichen wir nach 54 Seemeilen die Bucht von Katakolo. Seltsam, nachts sieht das alles ganz anders aus. In völliger Dunkelheit schmeißen wir den Anker, der zum Glück auf Anhieb hält. Puh, war das ein Ritt, wir sind völlig erschöpft. Wir trinken ein Glas Wein und lassen den Tag Revue passieren. Abendessen fällt aus. Nach weiteren zwei, drei Gläsern Wein sinken wir auf unser Notbett (die Hauptkabine ist ja nass) und schlafen in klammen Klamotten ein. Gute Nacht!

Fazit des Tages: morgen ist ein neuer Tag.  

   

Dienstag, 28.08.12, Tag 2, Katakolo
Gegen 10:00 Uhr stehen wir auf, immer noch leicht gerädert vom Vortag. Wir trinken erst einmal einen Kaffee. Kurze Zeit später kommt unser Freund Peter mit dem Dingi zu uns. Gemeinsam schauen Thomas und Peter bei nun ruhiger See nach dem Motor. Wir müssen anscheinend verunreinigten Diesel getankt haben, denn die Benzinleitung und die Einspritzpumpe sind völlig verdreckt. Die beiden können das Problem fixen. Thomas startet den Motor. Wow, er läuft. Wir fahren in den Hafen, machen fest und laden uns bei Peter zum Frühstück ein. Frisch gestärkt kehren die Lebensgeister zurück und wir machen uns an die Arbeit: Wäsche waschen und trocknen, Schiff trocken legen und reinigen und diverse kleinere Reparaturen durchführen. Wir bleiben den Tag über in Katakolo. Doch leider hört der Mist nicht auf. Bei den Arbeiten am Abfluss des Ankerkastens verliert Thomas seine gute Armbanduhr. Die liegt nun auf ca. vier bis fünf  Meter Tiefe am Grund des Hafenbeckens. Abends gehen wir in der kleinen Kantina etwas essen. Als wir zurück auf unser Schiff wollen, stürze ich über die Planke. Ergebnis: ein zerrissenes T-Shirt, diverse Kratzer und blaue Flecken, eine abgebrochene und versenkte Funkantenne. Gute Nacht!

Fazit des Tages: Armbanduhren und Antennen werden total überbewertet.   

Mittwoch, 29.08.12, Tag 3, Katakolo -> Kyllini (Peloponnes)
Völlig unbeeindruckt von unseren Pleiten, Pech und Pannen starten wir frohen Mutes um 9:30 Uhr in Katakolo. Unser zweiter Versuch Richtung Norden. Laut Wetterbericht soll es einen mäßigen Ostwind geben. Das wäre ja gut für uns. Unter Motor (er hört sich gut an!) geht’s ums Kap herum und wir setzen Kurs Richtung Norden. Leider haben wir keinen Wind, so dass der „Flautenschieber“ weiter im Einsatz bleiben muss. Punk 11:00 Uhr trinken wir das obligatorische erste Bier. Gegen 13:00 Uhr kommt endlich Wind auf, jedoch nicht aus Osten, sondern aus Norden, also genau auf die Nase. Wir müssen kreuzen. Aber egal, Hauptsache wir können endlich segeln, denn nur unter Motor zu fahren macht keinen Spaß. Es wird dann auch noch ein richtig schöner Segeltag und wir kommen mit 4,5 bis 5 Knoten, in Spitzen mit 6 Knoten, gut voran. Segeln macht doch viel Spaß! Wir sehen auch Delfine. Unser Freund Peter ruft an. Er war tauchen und hat sowohl Thomas‘ Uhr als auch die Antenne gefunden. Super, herzlichen Dank an Peter! Nach 35 Seemeilen erreichen wir um 18:30 Uhr den Hafen von Kyllini. Kyllin ist ein klassischer Fährhafen, nicht besonders schön, aber immer ein Etappenziel für uns wenn wir Richtung Norden wollen. Okay, an unserem Ankermanöver müssen wir noch arbeiten, das war schon mal besser, aber der Motor hat dann doch noch mal „gezickt“. Nachdem wir das Schiff klar gemacht haben, gönnen wir uns einen „Sundowner“  (Gin + Orangensaft). Zum Abendessen gibt’s Spaghetti Carbonara. Die Spaghetti wurden allerdings erst im zweiten Versuch was, beim ersten Versuch hatte Thomas das Spaghettiwasser mit Raki aufgesetzt. Schade um das gute Getränk. So viel zum Thema „Pleiten, Pech und Pannen“. Wir lassen den Tag bei einigen Gläsern Wein auf unserem Schiff ausklingen. Gute Nacht!

Fazit des Tages: ein schöner Segeltag und man sollte Wasserflaschen besser beschriften, wenn etwas anderes als Wasser drin ist.     

Donnerstag, 30.08.12, Tag 4, Kyllini (Peloponnes) -> Poros (Insel Kefallonia)
Bevor wir von Kyllini aus Richtung Ionische Inseln starten können wechselt Thomas noch den Dieselvorfilter, der völlig verdreckt ist. Beim Ankermanöver am Vortag hatte der Motor ja wieder etwas „rumgezickt“. Dann besorgt Thomas noch etwas Angelzubehör. Vielleicht gibt es heute Abend ja mal Fisch? Um 10:00 Uhr geht’s dann los, wir setzen Kurs Nordwest. Unser Ziel ist Poros, ein kleiner Fährhafen im Südosten von Kefallonia. Kefallonia ist mit knapp 700 km² und ca. 40.000 Einwohnern die größte der Ionischen Inseln. Der Wind weht mäßig aus Nord bis Nordost. Wir kommen im Schnitt mit vier Knoten mäßig voran. Gegen 15:00 Uhr lässt uns der Wind leider im Stich und der „Flautenschieber“ muss wieder ran. Die letzten 8 Seemeilen fahren wir unter Motor und erreichen Poros um 17:00 Uhr nach insgesamt 27,3 Seemeilen. Das Ankermanöver ist heute schon viel besser. Plötzlich Feuer an Bord! Im Schiff ca. 30 cm hohe Flammen, Kabelbrand! Wir können zum Glück sofort löschen, aber es qualmt und stinkt mächtig. Na, gibt es denn keinen Tag ohne Pleiten, Pech und Pannen? Auf den Schrecken gehen wir ein kühles, frischgezapftes Bier trinken. Am Abend gehen wir im Dorf Poros Pizza essen. Es wollte tagsüber einfach kein Fisch anbeißen. Dafür hatten wir unterwegs aber wieder Delfine gesehen. Generell fühlen wir uns immer gut, wenn wir auf’s Meer schauen und dann noch Delfine sehen. Manchmal sprechen wir stundenlang kein Wort an Bord, außer vielleicht mal „willst du auch noch ein Bier?“ und genießen die Ruhe und Einsamkeit.

Fazit des Tages: lege niemals den Autopiloten auf den Elektroanschluss für das Funkgerät.   

Freitag, 31.08.12, Tag 5, Poros (Kefallonia) -> Vathy (Ithaka)
Wir starten um 9.30 Uhr in Poros auf Kefallonia. Laut Wetterbericht soll es heute so gut wie keinen Wind geben. Und leider hat der Wetterbericht mal Recht, es hat tatsächlich keinen Wind. Eigentlich wollten wir heute nach Kalamos, um in der einsamen und wunderschönen Leone-Bucht den Vollmond zu genießen. Aber da wir gezwungen sind mit „BUKH-Wind“ zu fahren, ist unser Ziel heute Vathy auf Ithaka. Ithaka ist ca, 100 km² groß, hat ca. 3000 Einwohner und ist die mythische Heimat des Odysseus. Wir setzen Kurs Richtung Norden und erreichen um 12:30 Uhr nach gut 11 Seemeilen die Bucht Pera Pigadi mit der kleinen vorgelagerten Insel gleichen Namens und der Arethusa-Quelle im Südosten von Ithaka. Vom Wasser der Arethusa-Quelle sollen der Odysseus-Sage nach die Schweine des Eumaios getränkt worden sein. Die Bucht jedenfalls bietet tolle Ankerplätzen und wir schmeißen den Anker. Dann gehen wir ausgiebig Baden. Es ist immer wieder toll, wenn man direkt vom Schiff in das klare, türkisblaue Wasser springt. Anschließend essen wir eine Kleinigkeit und machen Siesta. Gegen 15:00 Uhr geht es weiter Richtung Vathy im Kolpos Aetou im Osten von Ithaka. Von hohen Bergen umgeben, bietet die Einfahrt einen imposanten Anblick. Um 16.45 Uhr erreichen wir nach weiteren 7 Meilen den Haupthafen der Insel. Da es sehr heiß ist, gehen wir ein kühles, frischgezapftes Bier trinken. Abends gibt’s an Bord Geschnetzeltes mit Nudeln. Bei ein paar Gläsern Wein genießen wir an Bord unseres Schiffes den Vollmond.

Fazit: kein toller Segeltag, aber Vathy ist immer wieder ein Besuch wert. 

Samstag, 01.09.12, Tag 6, Vathy (Ithaka) -> Leone-Bucht ( Kalamos)
Wir starten in Vathy auf Ithaka um 9:30 Uhr und nehmen Kurs Nordost Richtung Kalamos.  Heute haben wir mäßigen Wind aus Ost und können endlich mal wieder die Segel setzen. Gegen 12:00 Uhr schläft der Wind leider wieder ein und der Flautenschieber muss mal wieder ran. Auf der Höhe der kleinen Insel Atokos (4,5 km², unbewohnt) bewegt sich plötzlich die Angel und Thomas zieht einen ca. 70 bis 80 cm langen Schwertfisch aus dem Wasser und an Bord. Der Fisch wird fachmännisch ausgenommen, gesäubert und in die Kühlbox verfrachtet. Das Abendessen ist gesichert! Weiter geht’s Richtung Kalamos. Kalamos ist ca. 25 km² groß und hat ca. 550 Einwohner, im Norden ist sie ca. 2 km vom Festland entfernt. Die kleinen Inseln Kalamos und Kastos machen den Eindruck, weitab von der Welt zu sein. Gegen 14:30 Uhr erreichen wir nach 18,4 Seemeilen die wunderschöne Bucht Port Leone mit dem kleinen Dorf Kephali im Südosten von Kalamos. Bei unserem letzten Besuch vor zwei Jahren war das Dorf verlassen und verfallen. Mittlerweile wurde die Kirche aufwendig restauriert und es gibt eine kleine Kantina, die mittels Notstromaggregat betrieben wird. Wir gehen ausgiebig Baden und halten Siesta. Am Abend rudern wir mit unserem Dingi an Land und genehmigen uns ein Bier in der Kantina. Zum Abendessen gibt’s natürlich Schwertfisch. Thomas bereitet den Fisch zu, der wirklich sehr lecker ist. Leider mag Thomas keinen Fisch. So esse ich jede Menge Fisch und für Thomas gibt’s Spiegeleier. An dieser Stelle sei erwähnt, dass Thomas der Koch an Bord ist und auch in der kleinen Kombüse immer leckere Mahlzeiten zaubert. 

Fazit des Tages: es ist immer gut, einen Angler und guten Koch an Bord zu haben.

   

Sonntag, 02.09.12, Tag 7, Port Leone (Kalamos)
Da es uns in dieser wunderschönen Bucht mit kristallklarem Wasser so gut gefällt, bleiben wir noch einen Tag hier und machen einen richtig „faulen“ Sonntag. Wir genießen die tolle Landschaft und vor allem die Ruhe und Einsamkeit. Abends gibt’s Würstchengulasch. 

Fazit des Tages: fauler Tag in einer wunderschönen Bucht.

Montag, 03.09.12, Tag 8, Kalamos -> Mytika (Festland) -> Ormos Atherinos (Insel Meganisi)
Bereits kurz vor neun Uhr verlassen wir die Bucht Port Leone auf Kalamos. Da wir noch etwas bunkern müssen, vor allem Diesel, fahren wir die Ostküste von Kalamos hoch zum Festland mit dem Ziel Mytika. Nach ca. 6,5 sm erreichen wir kurz vor 11:00 Uhr den Hafen von Mytika. Der Hafen ist recht klein und wie erwartet sehr voll. Wir finden leider keinen Platz mehr, verlassen den Hafen und gehen rechts vom Hafen vor dem Sandstrand vor Anker. Da wir den Ankergrund nicht kennen bleibe ich zur Vorsicht an Bord und Thomas rudert mit dem Dingi und Kanister an Land. Im Reiseführer stand, dass die einzige Tankstelle ca. 1 km entfernt ist. Blöd, wenn der Reiseführer nicht aktuell ist. Tatsächlich sind es ca. 3 km bis zur nächsten Tankstelle und Thomas fühlt sich wie in der Aral-Werbung („I’m walking…“). Als Thomas zurück zum Schiff rudern will, taucht er sein Handy mal kurz ins Wasser ein. Hat dem Handy nicht gut gefallen und es streikt nun (wir hatten ja schon lange nichts mehr zum Thema „Pleiten, Pech und Pannen“). Nach knapp zwei Stunden kann es dann weiter gehen. Unser Ziel ist Ormos Atherinos auf der Insel Meganisi. Die knapp 20 km² große Insel mit ca. 1.000 Einwohnern ist durch eine nur 800 Meter breite Meerenge von der deutlich größeren Nachbarinsel Lefkas im Westen getrennt. Die Insel hat viele fjordartige Buchten mit tollen Ankerplätzen. Der Wind meint es nun gut mit uns und wir segeln mit 3,5 bis 5,5 Knoten Richtung Meganisi. Wir erreichen bald den nördlichsten Punkt unseres Segeltörns. Es ist ein wirklich schöner Segelnachmittag, erst kurz vor unserem Ziel stellt der Wind ab. Die letzten zwei Meilen geht’s unter Motor weiter. Gegen 16:00 Uhr erreichen wir nach insgesamt 17,7 Seemeilen die Bucht Atherinos an der Nordostküste von Meganisi. Da wir starken Seitenwind haben können wir am kleinen Anleger rückwärts nicht anlegen, unser 14 PS starke 1-Zylinder Bukh-Motor ist dafür einfach zu schwach, also schmeißen wir unseren Anker Mitten in der Bucht Atherinos. Nachdem wir das Schiff klar gemacht haben rudern wir an Land und gönnen uns, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Abends gibt’s Pasta mit einer scharfen Tomaten-Tunfisch-Sauce. Wir genießen den Abend bei dem einen oder anderen Gläschen Wein.  

Fazit des Tages: toller Segelnachmittag und ein schöner Abend in einer tollen Bucht.

Dienstag, 04.09.12, Tag 9, Ormos Atherinos (Insel Meganisi) -> Fiskardo (Insel Kefallonia)
Unsere Reise geht weiter, wir starten um 9:20 Uhr in der Bucht Atherinos auf Meganisi und fahren mit „Bukh-Wind“ die Nordostküste Meganisis Richtung Nordwesten entlang. Am Nordwestkap vorbei setzen wir Kurs Richtung Südwest mit dem Ziel Fiskardo an der Nordostseite von Kefallonia. Gegen 11:00 Uhr kommt endlich Wind auf und wir können nach knapp 7 sm die Segel setzen, Kurs Südwest, fast ziemlich genau auf Fiskardo zu. Um 12:40 Uhr zappelt was an der Angel und Thomas zieht den zweiten Schwertfisch an Bord, etwas kleiner als der erste, aber dennoch eine gute Mahlzeit. Nach insgesamt 20,8 Seemeilen erreichen wir um 15:00 Uhr den Hafen Fiskardo. Bei der Einfahrt in den Hafen verlieren wir ein Paddel vom Dingi. Dieses geht nach ca. 5 Sekunden unter. Dies ist der heutige Beitrag zum Thema Pleiten, Pech und Pannen. Aber wir sind happy noch einen Ankerplatz im Hafen zu bekommen, denn Fiskardo ist sehr beliebt und meistens bereits am frühen Nachmittag überfüllt. Fiskardo ist ein kleiner Ort mit malerischen Treppen und Winkeln und fast jedes Haus ist in einer anderen Farbe gestrichen. Im Sommer ein wirklich bunter und lebendiger Ort. Unser Ankerplatz liegt direkt vor dem Restaurant Captain Cabin, der erste Tisch ist ca. 1 m von unserem Heck entfernt. Wir schlendern durch den urigen Ort und trinken, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Dann besuchen wir noch den Juniorchef des 4-Sterne Hotels Fiskardo Bay (empfehlenswert). Wir unterhalten uns lange mit den jungen Leuten, schlendern dann zurück zu unserem Schiff und genießen unseren obligatorischen Sundowner. Während die Leute im Restaurant essen und uns permanent anschauen, bereitet Thomas unseren Schwertfisch zu. Wieder mal fantastisch und sicherlich genauso lecker als das, was 1 Meter weiter im Restaurant serviert wird. In jedem Fall aber günstiger. 

Fazit: toller Segelnachmittag und leckerer Schwertfisch zum Abendessen.

  

Mittwoch, 05.09.12, Tag 10, Fiskardo (Kefallonia) -> Agia Evphimia (Kefallonia)
Wir verlassen um 9:30 Uhr den Hafen von Fiskardo auf Kefallonia. Heute haben wir nur einen kleinen Törn vor uns, unser Ziel ist Agia Evphimia an der Ostküste Kefallonias. Zwischen Ithaka und Kefallonia setzen wir bei sehr schwachem Wind Kurs Richtung Süden. Unter Motor sind wir um 13:00 Uhr nach 11, 8 Seemeilen im Hafen. Dies ist auch gut so, denn später kommen heftige Fallwinde auf, so dass andere Schiffe, die später kommen,  Probleme beim Anlegen haben, zudem wird es auch recht voll. Wir schlendern durch den schönen Ort und gehen ein Bierchen trinken, selbstverständlich kühl und frischgezapft. Anschließend essen wir eine Kleinigkeit und es ist Zeit für Siesta. Abends gehen wir im Restaurant „Finikas“ Gyros essen, wie immer, wenn wir in Ag. Evphimia sind, denn das Gyros ist, sorry, war dort immer sehr gut. Diesmal leider nicht und Thomas äußert seinen Unmut typisch griechisch, d. h. laut, bestimmt und mit einer wilden Gestik und Mimik. Der Chef probiert, stimmt zu, meckert seinen „Gyrosbräter“ an und wir bekommen später einen Preisnachlass.

Fazit des Tages: kein toller Segeltag und Meckern kann helfen.  

Donnerstag, 06.09.12, Tag 11, Agia Evphimia (Kefallonia) -> Poros (Kefallonia)
Um 9:45 Uhr geht’s los, Kurs Südost. Unser Ziel ist Poros im Südosten von Kefallonia. Wie schon am Vortag ist es bewölkt und es hat kaum Wind. Nach ca. 30 Minuten kommt Wind auf und wir setzen die Segel. Leider lässt uns der Wind aber schon bald wieder im Stich und der „Flautenschieber“ muss ran. Um 13:30 Uhr erreichen wir Poros nach 13,7 Seemeilen. Wir machen das Schiff klar und da es auch heute wieder sehr heiß ist gehen wir baden. Anschließend gönnen wir uns, wie sollte es anders sein, ein kühles, frischgezapftes Bier. Dann ist erst einmal Aufräumen und Saubermachen angesagt. Thomas zieht unser Dingi aus dem Wasser, macht es sauber und verpackt es auf Deck. Ich freue mich auf eine ordentliche Dusche, das ist in diesem Fall ein einfacher Wasserschlauch, aber effektiv und tut gut. Dann gibt’s den letzten Sundowner auf dieser Tour, der Gin geht aus. Am Abend gehen wir wieder über den kleinen Berg in das Dorf Poros. Unser Ziel ist die Pizzeria „Bello“, wie immer wenn wir in Paros sind. Bei dem einen oder anderen Glas Wein lassen wir den Abend auf unserem Schiff ausklingen.

Fazit des Tages: kein schöner Segeltag und kein Eintrag in der Rubrik Pleiten Pech und Pannen.  

Freitag, 07.09.12, Tag 12, Poros (Kefallonia) -> Kyllini (Peloponnes)
Wir starten um 9:15 Uhr in Poros. Der Wind weht ordentlich aus Norden und auch die Wellen sind recht hoch. Wir rollen die Genua aus und setzen Kurs Südost Richtung Kyllini. Mit durchschnittlich 4 Knoten kommen wir gut voran, aber es schaukelt schon recht heftig. Nach knapp zwei Stunden nimmt der Wind etwas ab und dreht auf Nordost. Wir setzen das Groß und laufen weiter mit 4 Knoten. Plötzlich zappelt was an der Angelschnur. Thomas zieht eine ca. 30 cm große Golddorade aus dem Wasser. Schon wieder Fisch? Mein Bedarf ist eigentlich gedeckt und die kleine Golddorade soll noch eine zweite Chance bekommen. Thomas schenkt ihr die Freiheit. Die letzten 3 Seemeilen stellt der Wind ab und unser kleiner Bukh darf mal wieder zeigen was er kann. Um 15:00 Uhr erreichen wir nach 22,9 Seemeilen den Hafen von Kyllini. Nach dem wir das Schiff klar gemacht haben, trinken wir das letzte Bier aus unserem Vorrat. Wir gehen in den Ort, der eigentlich nicht viel zu bieten hat. Kyllini ist ein klassischer Fährhafen. Wir trinken ein Bierchen und kaufen etwas ein. Am Abend gibt’s Spaghetti Aglio e Olio con Pepperoncini. 

Fazit des Tages: eine kleine Golddorade freut sich über die Freiheit.

Samstag, 08.09.12, Tag 13 (letzter Tag), Kyllini (Peloponnes) -> Katakolo (Peloponnes)
Um 10:00 Uhr sind wir startklar für unsere letze Etappe. Plötzlich herrscht ein wenig Unruhe. Laut Wetterbericht gibt es eine Unwetterwarnung. Wir rufen Peter an, der den Wetterbericht für uns nochmals checkt. Alles im grünen Bereich, wir starten um 10:30 Uhr in Kyllini. Nach dem wir das Kap passiert haben, setzen wir Kurs Südost. Der Wind bläst kräftig aus Nordwest und im „Butterfly“ segeln wir mit 5 Knoten die Westküste des Peloponnes entlang. Kurz vor Katakolo werden wir nochmal richtig durchgeschüttelt, da wir es mal wieder mit Kreuzwellen aus Norden und Westen zu tun haben. Um 17:00 Uhr erreichen wir nach 28 Seemeilen unseren Heimathafen Katakolo. Seltsam, niemand da, der beim Anlegen helfen kann und uns die Festmacher zuwerfen kann. Ich „fische“ nach unserer Mooring, passe auf, dass wir die Schiffe rechts und links nicht berühren und Thomas springt von Bord um die Festmacher zu greifen. Der Wind bläst von hinten und das Schiff bewegt sich vorwärts aus der Parkbucht wieder heraus. Da steh ich nun zum ersten mal völlig allein auf unserem Schiff! So viel zum Thema „der Kapitän geht als letzter von Bord…“. Ich drehe ganz langsam eine Runde durch das Hafenbecken und parke dann noch langsamer vorwärts ein. Thomas springt wieder an Bord und wir parken dann erneut rückwärts ein.  

Fazit des Tages: und Frauen können doch einparken, auch ein Schiff.

Schlusswort:
Das Ionische Meer ist ein tolles Segelrevier, auch wenn die Winde im Sommer meist schwach und oftmals unberechenbar sind. Aber die schönen Inseln mit ihren tollen Buchten und kristallklarem Wasser entschädigen für Vieles.  

   
Weitere Fotos im Fotoalbum.  


[1] 6 Beaufort entsprechen 22 bis 28 Knoten = 39 bis 49 km/h Windgeschwindigkeit
[2] Groß = Hauptsegel am Mast
[3] Genua = vergrößertes Vorsegel
[4] Reff = Vorrichtung zum Verkleinern der Segelfläche
[5]1 Knoten = 1 Seemeile/h = 1,852 km/h Geschwindigkeit
[6] 1 Seemeile (sm) = 1,852 km
[7] Unser Motor: 1-Zylinder BUKH, 14 PS, „Flautenschieber“
 
Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 06. November 2013 um 19:52 Uhr
 
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